Nationalismus - ein Thema, das leider wieder in aller Munde ist, und das nicht nur, aber ausgerechnet auch in Deutschland. AfD, Pegida und Co., aber auch die Regierungen einiger Staaten der EU, reklamieren für sich einen positiven Nationalismus, einen 'gesunden Patriotismus', und greifen dafür doch tief in die unterste Schublade von Hass und Ausgrenzung. 'Nationalismus' ist dabei per se kein Kampfbegriff derer am rechten Rand, sondern ursprünglich geradezu das Gegenteil: eine völkerverbindende Bewegung im Zeichen von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.
Was führt zum Erstarken von Nationalismen? Was erhoffen sich die Menschen von einem starken Nationalstaat? Und: Warum werden nationalistische Parolen auch in Deutschland wieder salonfähig? Woher der Begriff kommt und wohin er sich bewegt hat und weiter bewegt, klärt Peter Alter in seinem Essay, der es erlaubt, auch den aktuellen Tendenzen auf den Grund zu gehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2016
Wenn der Historiker Peter Alter Nationen als soziale Gruppen definiert, instabil, veränderbar, zeitbedingt, verbunden durch Beziehungen kultureller, politischer, sprachlicher und religiöser Art, aber auch durch Geschichtsmanipulation, Minderheiten- und Fremdenfeindlichkeit sowie Heldenkult, hört Rezensent Michael Gehler aufmerksam zu. Als Verheißung und Verhängnis zugleich zeigt der Autor den Nationalismus, den er, für den Rezensenten nachvollziehbar, als Ideologie und nationalstaatliche Bewegung definiert, innerhalb der Geschichte Europas und hofft laut Gehler auf eine postnationale Zukunft.
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