Winston Churchill

Reden in Zeiten des Kriegs

Cover: Reden in Zeiten des Kriegs
Europa Verlag, Hamburg 2002
ISBN 9783203760216
Gebunden, 320 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Ausgewählt, eingeleitet und erläutert von Klaus Körner. Sir Winston Churchill gehört zu den Kultfiguren des 20. Jahrhunderts. Er war ein bedeutender britischer Staatsmann, ein Krieger, ein Volkstribun, ein kluger und romantischer Reaktionär, ein mit dem Nobelpreis ausgezeichneter Schriftsteller - und nicht zuletzt ein begnadeter Redner. Der Band "Reden in den Zeiten des Kriegs" bietet einen Querschnitt einerseits durch das rednerische Werk Churchills, das von Kampfgeist und Toleranz, von Ehrlichkeit und Traditionsbewusstsein, von Fortschrittlichkeit und Humor zeugt - und andererseits durch den dramatischen Verlauf des Zweiten Weltkriegs, so dass sich die schwersten Jahre in der Geschichte Europas vor dem Leser ausbreiten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.01.2015

Hannes Hintermeier geht in seiner Rezensension die vielen Regalmeter Churchill-Literatur durch und stellt fest, dass sich der Meister doch am besten in seinen Reden wiederfindet. Die laut Rezensent legendäre Fähigkeit Churchills zum Auswendiglernen, Einstudieren und Memorieren seiner Reden lässt sich, so Hintermeier, nun gut vorstellen, indem der Leser die wiederaufgelegte und von Walther Weibel übertragene Auswahl von Churchills Kriegsreden der Jahre 1938 bis 1946 zur Hand nimmt und es selber einmal versucht, nein, einen Blick in Churchills Werkstatt wirft, wie Hintermeier es ausdrückt. Kunstvollem begegnet der Rezensent da allemal.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.12.2002

Der Europa-Verlag hat, freut sich Joachim Käppner, eine "schöne Sammlung mit Reden des britischen Premierministers Winston Churchill, die er während des 2. Weltkrieges gehalten hatte, zusammengetragen. Wer diese Reden liest, meint der Rezensent, der wird schnell erkennen, wie lächerlich die gegenwärtig "schrillen Rufe" seien, Bundeskanzler Schröder müsse angesichts der schlechten Haushaltslage dringend eine "Blut-Schweiß-und-Tränen-Rede" halten. Die habe nämlich Churchill meisterhaft zustande gebracht, allerdings auch unter etwas dramatischeren Umständen. Derartige Reden sind für den Rezensenten "Sternstunden der freien Rede und der freien Welt", die zwar natürlich voll von "Irrtümern", "Pathos" und "überbordendem Ego", aber trotzdem auch Momente der "große Männer machen Geschichte"-Vorstellungen seien, ist Käppner überzeugt. Die Übersetzung der Chuchill-Reden sei zwar "sorgfältig", könne aber das Original nicht ersetzen, so dass der Rezensent dem Leser in jedem Fall empfiehlt, die Original-Reden zu hören.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 11.11.2002

Da der Rezensent vor allem im "rhetorische Talent" den Grund für Winston Churchills politischen Erfolg sieht, begrüßt Malte Oberschelp diesen Band mit 25 Reden aus den Jahren 1938 bis 1945. Von den Reden ist er durchweg beeindruckt und er bemerkt, dass Churchill sowohl mit langen Schachtelsätzen operierte, wenn er sich nämlich an Debatten im Unterhaus beteiligte, als auch "kurz und klar" argumentierte wie in seinen berühmt gewordenen Rundfunkreden. Der Rezensent betont, dass Churchill seine Reden selbst schrieb, und er weist auf dessen frühere Tätigkeit als Kriegsberichterstatter hin, wovon in den seitenlangen Schilderungen von Kampfhandlungen immer noch viel spürbar sei. Der Rezensent bewundert nicht nur die in den Reden demonstrierte Offenheit des englischen Politikers, mit der er auch "Fehleinschätzungen" einräumte und haltlose Versprechungen vermied, sondern er lobt auch besonders den darin enthaltenen Humor. Etwas enttäuscht ist er dagegen von den Einleitungen des Herausgebers zu den einzelnen Reden, die seiner Ansicht nach ruhig ausführlicher hätten ausfallen dürfen. Als "historisch-kritische Edition" lasse dieser Band durchaus zu wünschen übrig, so Oberschalp abschließend, beurteilt dennoch den Band als "gutes Geschichtsbuch", nicht zuletzt, weil er demonstriere, wie wichtig in dieser Zeit die Rede als politisches Instrument noch war.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.10.2002

Oft wird er voller Pathos zitiert, und doch wirken Churchills Reden eher "sachlich" pathetisch und überhaupt nicht "altmodisch", findet Rezensent Thomas Maissen. Im Gegenteil, Churchill lese sich "scharfsinnig und präzis" in Gedanken wie in Worten, sein Pathos trage nicht "dick auf" und sei, "den Zeitumständen angemessen", von jenem "tiefen Ethos" erfüllt, für das Richtige zu kämpfen. Seine Feinde, so Maissen, seien dabei weder Italien noch das deutsche Volk gewesen, sondern allein die "Nazimacht". Dem nun erschienenen Band mit einer Auswahl von Churchills Reden, die Klaus Körner aus dem siebenbändigen Redenkonvolut zusammengestellt hat, hätten zwar einige Erläuterungen für die Nachgeborenen gut getan, so der Rezensent, die Einleitung aber sei gelungen und Churchill spreche für sich selbst.
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