Herausgegeben von Frank Hatje, Ariane Smith u. a. Die Beneke-Tagebücher gehören zu den umfassendsten und fesselndsten Dokumenten zur Kultur und Lebenswelt des Bürgertums zwischen Französischer Revolution und Vormärz. Ferdinand Beneke führte von 1792 bis 1848 täglich und detailreich Tagebuch, registrierte politische Ereignisse, reflektierte Zeitströmungen, rezipierte die aktuelle Literatur und beschrieb Alltag und gesellschaftliches Leben. Überdies fügte er seinen Tagebüchern unzählige Beilagen, Briefwechsel und Manuskripte hinzu. Die Lektüre der Beneke-Tagebücher wird so zu einer im weitesten Sinne kulturgeschichtlichen Exploration ihrer Epoche, zur Erkundung einer Gesellschaft im Übergang, eingeschrieben in ein facettenreiches Bürgerleben. Die Edition ist auf ca. 20 Bände angelegt und wird in den kommenden vier Jahren erscheinen.
Endlich ist er da, der neue Band der Tagebücher Ferdinand Benekes, der die Jahre 1811 bis 1816 umfasst, freut sich Rezensent Benedikt Erenz. Die Aufzeichnungen des Juristen Beneke hatten im Hamburger Staatsarchiv unbeschadet die Zeiten überstanden und liefern das dichteste Bild des bürgerlichen Deutschlands zwischen der Französischen und der Deutschen Revolution, das es bislang gibt, erklärt der Rezensent. In diesem Band geht es vor allem um die Besatzung Deutschlands durch Napoleon, die aus dem enttäuschten Revolutions-Enthusiasten Beneke einen handfesten Nationalisten machten, verrät Erenz. Aber auch über Theologie, Philosophie und Literatur schrieb Beneke, so dass der Zeitgeist in einer Vielzahl seiner Facetten zur Sprache kommt, lobt der Rezensent.
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