Eduard von Keyserling

Kostbarkeiten des Lebens - Gesammelte Feuilletons und Prosa

Schwabinger Ausgabe, Band 3
Cover: Kostbarkeiten des Lebens - Gesammelte Feuilletons und Prosa
Manesse Verlag, Zürich 2021
ISBN 9783717525042
Gebunden, 912 Seiten, 32,00 EUR

Klappentext

Mit 35 Farbabbildungen. Er schrieb über die Unentbehrlichkeit der Kultur, über himmlische und irdische Liebe, über Interieurs, großen Stil und über die Kostbarkeiten des Lebens. Er ergründete die Kunst des Traums, dramatisches und episches Sterben, die Lichtmalereien der Avantgarde und die Psychologie des Komforts. Aus seinen Kunstkritiken, Feuilletons und Briefen spricht - nicht minder wie aus seinem erzählerischen Werk - ein Mensch von hoher Bildung und Sinnesart. Eduard von Keyserling ist als Feuilletonist und Kritiker nicht annähernd so bekannt, wie er es verdient. Daraus resultiert das Glück, ihn mit Band 3 der großen Schwabinger Werkausgabe nun als vielseitig interessierten Kunst- und Literaturliebhaber, Theatergänger und Zeitdiagnostiker entdecken zu können. In seinen nichtliterarischen Prosatexten spiegeln sich die Dekors der Prinzregentenzeit, das bunt schillernde Geistes- und Kulturleben um 1900, Impressionismus, Symbolismus, Jugendstil und die Feuergarben der Avantgarde. Ob er die Goldgeschmeide Carl Strathmanns würdigt, die gleißenden Farbenspiele des frühen Kandinsky oder Alfred Kubins "Kalligraphie des Gespenstischen", Keyserlings ästhetisches Sensorium für die Modernen steht dem für die alten Meister in nichts nach. Die Kritiken, selbst oft kleine Prosakunststücke, zielen weit übers bloß Ästhetische hinaus ins Seelenkundliche, Weltanschauliche, mitunter Politische. Mit luzidem Blick zeichnen sie die geistige Physiognomik einer bewegten Epoche. Neben den Feuilletons enthält dieser mit 35 Bildtafeln bestückte Band noch weitere Funde: fünf verschollene Erzählungen Keyserlings, ein umfassendes Korpus an Briefen sowie die erste ausführliche Chronik zu Leben und Werk. Dank der Fülle an erstmals zusammengetragenen Selbst- und Fremdzeugnissen nimmt der Schriftsteller, der sich zeitlebens in nobler Diskretion übte, auch als Privat- und Gesellschaftsmensch Konturen an.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 09.12.2021

Rezensent Eberhard Geisler gerät durch Eduard von Keyserlings Texte in diesem Band beinahe in Versuchung, nur das Feuilleton als ernstzunehmendes Genre in der Literatur zu bezeichnen. In dem schweren Band, der nun vom Manesse Verlag herausgebracht wurde, sind etliche Feuilletons, die unter anderem die Schriften Schillers und Kants behandeln, biografische Materialien sowie Briefe des 1855 geborenen Autors versammelt, erklärt Geisler. Das scheint ihm angenehm kompakt und zugleich unkompliziert formuliert, auch das Nachwort von Lothar Müller regt dazu an, sich auf neue Weise mit dem Werk Keyserlings zu beschäftigen, lobt er. Empfehlen will Geisler diese Sammlung dennoch hauptsächlich jenen, die bereits etwas von dem Autoren gelesen haben, beispielsweise seinen Roman "Wellen".