Herausgegeben von Volker Michels. Gegensätzlichere Naturelle lassen sich kaum denken als der von den Dämonien der Natur und des Menschen angezogene Maler und Zeichner Alfred Kubin (1877-1959) und Hermann Hesse (1877-1962), der ebendiese Kräfte in seinen Erzählungen und Gedichten zu bändigen versuchte. Doch war es das Kraftfeld gerade dieser Unterschiede, das sie zusammengeführt hat. Beide waren Außenseiter, die in selbstgewählter Zurückgezogenheit weitab vom zeitgemäßen Kulturbetrieb gelebt und produziert haben und die Jahre des Nationalsozialismus in Repression und finanzieller Not erlebten: Hermann Hesse im Tessin in Montagnola, Alfred Kubin im österreichischen Zwickledt bei Wernstein am Inn.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.06.2008
Andreas Dorschel gruselt's ein wenig bei der Lektüre dieser Briefe. Dass die Kunst schwer sei, weil die Weltflucht mit ihr nicht gelingen will, erfährt er wieder und wieder, wenn Felix Kubin und Hermann Hesse sich gegenseitig in den Himmel loben. Der eine betulicher als der andere, doch im Grunde ohne Differenzen. Für Dorschel wird die Korrespondenz dadurch nicht spannender. Unheimlich findet er, dass die Briefe erkennen lassen, wie das Gute, Schöne, Wahre von der Barbarei anno 1933 "angefressen" wird und noch die "Aufrechten im Lande", Kubin und Hesse, Judesein und Edelsein als Gegensatz betrachten. Dann, meint Dorschel, wird's richtig finster außerhalb des Tages.
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