In den neunziger Jahren wurde die Welt geschaffen, in der wir immer noch leben - und die gerade krachend kollabiert. Dagegen setzt dieses Buch kämpferischen Optimismus. Ziel ist es, die Geschichte dieser Dekade zu nutzen, nicht zur Abrechnung, sondern zur Aufklärung. Denn darum geht es: Wir müssen wieder trainieren, in Alternativen zu denken. Wir müssen die Möglichkeiten erkennen, die in jedem Krisenmoment vorhanden sind. Wir müssen wieder an unsere Handlungsfähigkeit glauben, als Einzelne, in der Gemeinschaft, als Demokratie.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.07.2025
Als "faszinierend" und "facettenreich" beschreibt Oliver Pfohlmann Georg Diez' Buch über die Versäumnisse der 1990er Jahre und deren Auswirkungen auf die Gegenwart - obwohl er dem Autor teils deutlich widerspricht, sowohl was den Inhalt, als auch was die Methode angeht. Diez argumentiert laut Pfohlmann, dass in den 1990ern viele Probleme, die uns heute plagen, bereits sichtbar waren und möglicherweise behebbar gewesen wären, hätte die Politik andere Entscheidungen gefällt. Das betrifft Themen wie Klima und Migration, fasst Pfohlmann die Thesen zusammen, zu den Kipppunkten, die in eine falsche Richtung führten, zählen in der Darstellung dieses Buches die Wahl Kohls (statt Lafontaines, allen Ernstes?) sowie die George W. Bushs (statt Al Gores). Soweit würde Pfohlmann nicht unbedingt widersprechen, anders als Diez glaubt er aber nicht, dass derartige "Kipppunkte" im Bereich der politischen Geschichte wirklich reversibel sind, schließlich gibt es Konzepte wie Pfadabhängigkeit. Auch wenn Diez viele der Probleme auf den Siegeszug des Neoliberalismus zurückführt, erhebt der Rezensent Einspruch - insbesondere dass China als positives Gegenbeispiel angeführt wird und der zunehmende Wohlstand in Entwicklungsländern einseitig negativ dargestellt wird, widerstrebt ihm. Als ein "was wäre, wenn"-Szenario hingegen liest Pfohlmann dieses Buch durchaus gern.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Caroline Blackwood: Das Schicksal von Mary Rose Aus dem Englischen von Claudia Voit. Caroline Blackwood, Erbin des Guinness Vermögens und schillernde Figur der Londoner Bohème, hat aus ihrer Herkunft und ihrem Leben keine… Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…