Dipesh Chakrabarty

Ein Planet, viele Welten

Die Klima-Parallaxe
Cover: Ein Planet, viele Welten
Suhrkamp Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783518588345
Gebunden, 185 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Christine Pries. Der Klimawandel stellt die Menschheit vor ein großes Dilemma. Es fällt uns schwer, das Streben nach einem guten Leben aufzugeben. Doch dieses Leben, das auf einem unstillbaren Hunger nach Energie beruht, die hauptsächlich aus fossilen Brennstoffen gewonnen wird, schädigt das geobiologische System, das die Existenz aller Lebensformen auf der Erde ermöglicht. Es gibt nur diesen einen Planeten. Aber zugleich ist er gespalten - in viele Welten, Kulturen, Staaten. Die globale Herrschaft des Finanz- und Rohstoffkapitals verbindet die Menschen zwar technologisch, aber entlang tiefgreifender Achsen der Ungleichheit bleiben sie zugleich voneinander getrennt. Im Rahmen der von ihm entwickelten historischen Erzählung unserer Gegenwart erkundet Dipesh Chakrabarty in seinem neuen Buch die zeitlichen und intellektuellen Verwerfungen, die die Kollision des Planetarischen und des Globalen in der Geschichte der Menschheit hervorruft. 

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 11.12.2025

Die Hoffnung, dass sich Menschen auf ihre eine gemeinsame Erde besinnen und in Sachen Klimaschutz an einem Strang ziehen, hat sich erschöpft, hält Rezensent Leander Scholz fest: Der indische Historiker Dipesh Chakrabarty beschäft sich mit dem, was er als "Klima-Parallaxe" bezeichnet. "Parallaxe" bedeutet, dass ein Objekt sich verändert, je nachdem, wer es betrachtet und das gilt auch fürs Klima: Verschiedene Regionen schlagen verschiedene Lösungen vor oder ziehen sich komplett aus dem Prozess zurück, liest Scholz. Dass Länder wie Indien und China für die weitere Entwicklung ganz wichtig sind, leuchtet ihm ein, auch, dass es durchaus verschiedene Ansätze braucht, aber wie sich das genau ausgestalten soll, erfährt er von Chakrabarty leider nicht. 

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.11.2025

Rezensentin Petra Ahne liest diesen Band des in Chicago lehrenden Historikers Dipesh Chakrabarty als Ergänzung zu dessen großem Werk "Das Klima der Geschichte im planetarischen Zeitalter". Chakrabartys Thema ist die große Diskrepanz zwischen dem klimatisch Notwendigen und dem politischen Möglichen, wie die Rezensentin ausführt, woraus er seine Theorie entwickelte, dass das Planetare unvereinbar mit dem Politischen sei: Der Planet Erde sei eine ungeteilte Entität, für die Politik dagegen das Un-einige konstituierend. Beeindruckend findet die Rezensentin Chakrabartys Denkfiguren, ebenso wie seine Einsicht, dass Historiker nicht das theoretische Werkzeug an der Hand hätten, um die planetare Krise in ihrer Bedeutung für den Menschen zu erfassen. Wer noch nicht mit Chakrabartys Denken vertraut sei, ist in Ahnes Augen gut mit diesem Band beraten. 

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