Herstellung und Verbreitung digitaler Bilder sind keine saubere Sache. Etwa hundert Rohstoffe sind nötig, um ein Smartphone zu produzieren. Der Abbau dieser Metalle, Mineralien und fossilen Energieträger führt zu massiven CO2-Emissionen und zerstört ganze Ökosysteme - ebenso wie die unsichtbare Infrastruktur aus Unterseekabeln und Serverfarmen. Michael Klipphahn-Karge legt die desaströsen ökologischen Folgen digitaler Bildökonomien frei: Was kostet es den Planeten, wenn er täglich fünf Milliarden Mal mit dem Smartphone fotografiert wird?
Interessiert lernt Rezensent Till Schmidt bei Michael Klipphahn-Karge, welche enorme Umweltbelastung von unseren digitalen Bildgewohnheiten ausgeht: Weltweit werden pro Jahr rund 414 Milliarden Kilowattstunden Energie für die Nutzung sozialer Medien verbraucht, pro Tag entstehen fünf Milliarden Fotos, die in Clouds gespeichert und in sozialen Medien hochgeladen werden. Der Autor scheint Schmidt wenig zuversichtlich, obwohl es zum Beispiel eine neue EU-Richtlinie zur Reparatur der Geräte gibt. Insgesamt verschlinge die Smartphone-Industrie aber zu viele Ressourcen, von seltenen Erden bis Strom. Aus den Details seines Essays kann der überzeugte Rezensent eine Menge lernen.
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