Alice Hasters

Identitätskrise

Cover: Identitätskrise
Carl Hanser Verlag, München 2023
ISBN 9783446273917
Gebunden, 240 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Wir sind klimabewusst. Wir haben eine Erinnerungskultur. Freiheit und Frieden sind westliche Tugenden. Das erzählen wir uns über uns selbst und über die Gesellschaft, in der wir leben. Doch diese Geschichte stimmt nicht ganz, oder? Wir kaufen in Sweatshops hergestellte Kleidung, schrecken vor unserer Familiengeschichte zurück, und in unserer Gesellschaft grassieren Rechtsradikalismus und Polizeigewalt. Unsere Selbsterzählung stimmt nicht mit der Realität überein. Kein Wunder also, dass wir in einer Identitätskrise stecken. Es ist Zeit, sich dieser Identitätskrise zu stellen und herauszufinden, wer wir wirklich sind, sagt Alice Hasters - denn nur so können sich Menschen und Gesellschaften verändern.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 18.01.2024

Viel neues ist in Alice Hasters' Buch nicht zu lesen, meint Rezensent Jörg Scheller, was freilich nicht heiße, dass es die Lektüre nicht lohne. Der Rezensent beschreibt es als ein Buch in der Tradition westlicher Selbstkritik, ohne die der erreichte Fortschritt zum Stillstand kommen würde. Inhaltlich geht es zunächst, erfahren wir, um westliche Verfehlungen im Zuge zum Beispiel des Kolonialismus, aber auch eines über die Stränge schlagenden Kapitalismus, im kürzeren zweiten Teil schreibt Hasters über die gerechtere Gesellschaft, die sie sich wünscht. Unter anderem, so Scheller, möchte sie das Leistungsprinzip verabschieden, wobei die Rhetorik auf Stammtischniveau bleibt, aber es geht eben um Wirkung, erklärt der Kritiker, nicht um Wissenschaft. Wichtig ist der Hinweis, findet der Rezensent, dass Hasters ihre Kritik auch auf sich selbst anwendet und insofern Teil hat an dem Hang zur Introspektion, der deutsche Diskurse über Identität und Ungleichheit prägt.

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