Die Neurowissenschaften halten das psychophysische Problem für weitgehend geklärt und unterstellen, dass auch die philosophischen Fragen nach Selbstbewusstsein, Willensfreiheit und menschlichen Handlungen durch die neurowissenschaftlichen Forschungsergebnisse im Wesentlichen beantwortet seien. Damit verbinden sich Forderungen nach einem neuen Menschenbild und nach praktischen Konsequenzen für die Erziehung und die Rechtsprechung. Die Beiträge dieses Bandes unterziehen die philosophischen wie auch die neurowissenschaftlichen Lösungsvorschläge zum psychophysischen Problem einer eingehenden Prüfung und loten dabei auch die Bedingungen für einen fruchtbaren Austausch zwischen Philosophie und Neurowissenschaften aus - ein Austausch, der den jeweiligen disziplinären und methodischen Eigenheiten hinreichend Rechnung trägt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.03.2006
Lobend äußert sich Helmut Mayer über diesen von Dieter Sturma herausgegebenen Band zur Diskussion zwischen Philosophen und Hirnforschern, der sich seines Erachtens durch Besonnenheit auszeichnet, statt auf Konfrontation zu setzen. Bemerkenswert erscheint ihm insbesondere Peter Hackers und Max Bennetts Beitrag zur begrifflichen Klärungsarbeit, welche die Philosophie leisten könne, indem sie zeige, wie unser psychologisches Vokabular funktioniere und wo sein sinnvoller Gebrauch aufhöre. Weiter erwähnt er Brigitte Falkenburgs Beitrag, der zeigt, wie umklar der Begriff einer kausalen Determiniertheit durch Naturgesetze ist. Mayer scheint hier eine Umdeutung von einer forschungsleitenden Norm zu einem metaphysischen, natürlich-übernatürlichen Sachverhalt am Werk. In diesem Zusammenhang hebt er Dirk Hartmann Beitrag hervor, der darlegt, wie es zur Herausbildung einer solchen "Arbeitsmetaphysik" kommt, die sich mit Empirie verwechselt.
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