Dieter E. Zimmer

Ist Intelliganz erblich?

Eine Klarstellung
Cover: Ist Intelliganz erblich?
Rowohlt Verlag, Hamburg 2012
ISBN 9783498076672
Gebunden, 316 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Bei kaum einer Frage dürften die vorherrschenden Meinungen in Öffentlichkeit und Fachwelt so weit auseinanderliegen wie bei der Erblichkeit von Intelligenz. Dieter E. Zimmer beschäftigt sich als Wissenschaftspublizist seit über dreißig Jahren mit dem Thema. In diesem Buch schildert er, wie die Forschung zu dem Nachweis gekommen ist, dass Intelligenzunterschiede weitgehend durch die Gene bedingt sind. Und er klärt weitere wichtige Fragen: Was ist Intelligenz überhaupt, und wie misst man sie? Wie viel Raum lässt die Erblichkeit den Einwirkungen der Umwelt? Lässt die Intelligenz mit dem Alter nach? Lässt sie sich steigern?

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 05.07.2012

Was Dieter E. Zimmer in "Ist Intelligenz erblich?" vorträgt, seien keine neuen Erkenntnisse, berichtet Christian Schüle, sondern ein Überblick über den eigentlich längst etablierten wissenschaftlichen Kenntnisstand. Dass es dieser "Klarstellung" (wie sich der Band im Untertitel selbst klassifiziert) bedürfe, liege an den populistischen Debatten, die - vor allem um Thilo Sarrazin - in den vergangenen Jahren zu diesem Thema geführt wurden. Da begrüßt es der Rezensent, dass es sich mit Zimmer ein (vor allem als Zeit-Autor) anerkannter Wissenschaftsjournalist zur Aufgabe macht, die Debatte zu versachlichen und auf die Grundlage unbestechlicher Empirie zu stellen. Seine Ergebnisse dürften dennoch für Viele ernüchternd sein: der IQ sei zu 75% erblich und "muslimischer Traditionshintergrund" reduziere durchaus die Aussichten auf Schul- und Berufserfolg. Der "mit feinem Florett fechtende Zimmer" präsentiere damit ebenso relevante wie "schwere Kost".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.01.2012

Als Kühlmittel bei überhitzten Debatten empfiehlt Jürgen Kaube dieses Buch von Dieter E. Zimmer, der zur Intelligenz und ihrer Vererbung einiges klarstellen möchte: So erfährt Kaube in dem Buch, dass sich die meisten Aussagen zum Thema auf eine Studie aus Minneapolis beziehen, für die 56 früh getrennte Zwillingspaare beobachtet wurden. Seitdem gelten drei Viertel der gemessenen Intelligenzunterschiede als vererbt und ein Viertel als anerzogen. Wobei es auch nie um absolute Intelligenz geht, sondern um eine relative. Es gelten Durchschnittszahlen. Kaube hebt Zimmers Feststellung hervor, dass in Bezug auf die Erblichkeit immer nur Kollektive betrachtet werden können, nicht Individuen. Da es bei Erziehung und Bildung aber um Individuen geht, findet Kaube einige Schlussfolgerungen des Autors unzulässig, gar "fahrlässig", etwa wenn Zimmer behauptet, Ungleichheiten der Begabung lassen sich nicht erzieherisch ausgleichen. Auch andere Vorbehalte macht Kaube geltend, etwa wenn Zimmer Intelligenzunterschiede geografisch-genetisch zu erklären versucht oder wenn er dafür plädiert, Firmen IQ-Tests bei Einstellungen zu erlauben, um die berufliche Leistungsfähigkeit der Bewerber (nicht der Personalchefs!) festzustellen.
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