Mit zahlreichen Farb- und s/w-Abbildungen. Vom Ersten Weltkrieg, der die folgenreichen Trennung des Landes mit sich brachte, bis zum EU-Beitritt Österreichs und der Schaffung der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino, die die Grenze am Brenner wieder auflöste - das vergangene Jahrhundert brachte für Tirol Umbrüche und Neuorientierungen wie noch nie zuvor in seiner Geschichte. Aus dem ehemals bäuerlich geprägten "Land im Gebirg" ist eine moderne, wohlhabende Region geworden. Der Zeithistoriker Michael Gehler führt in diesem Buch durch die spannende Tiroler Geschichte des 20. Jahrhunderts. Er porträtiert das Land in den Wirren zweier Weltkriege, beschreibt die Südtirolpolitik Österreichs und zeichnet ein Bild der Ära Wallnöfer und Magnago. Schließlich folgt eine Darstellung des Weges, der über den Beitritt Österreichs zur Europäischen Union zu einer "Wiedervereinigung" Tirols führte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.06.2009
Durchgangs- und Durchfahrts- und Durchtransportland ist Tirol gewesen und wird es wohl bleiben. Nicht unbedingt zur Freude seiner Bewohner, die nach der Teilung im Jahr 1919 über Jahrzehnte in Scharmützel mit dem dann italienischen Südtirol verwickelt blieben. 1992 erst kam es zur Einigung, die sich, da teilt Rezensent Christian Jostmann ganz die Auffassung des Verfassers, dem Verschwinden der Grenzen in Schengen-Europa zu nicht geringen Teilen verdankt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.02.2009
Michael Gehlers Geschichte Tirols im 20. Jahrhundert hat Rezensent Hans Jochen Pretsch rundum überzeugt. Er schätzt die "ambitionierte, wissenschaftlich fundierte" und gleichwohl anschauliche Darstellung, die zudem von einer Fülle von Bildmaterial und Zitaten aus zeittypischen Dokumenten aufgelockert werde. Deutlich werden für ihn nicht nur die Hauptlinien der großen Politik, sondern auch die Kommunalpolitik der verschiedenen Landesteile. Wirtschaftliche und kulturelle Ereignisse sowie die komplexen politischen Verstrickungen vor und zwischen den Weltkriegen, des Faschismus, der NS-Zeit und der Nachkriegszeit werden seines Erachtens "minutiös" geschildert. Außerdem werden die wichtigsten Persönlichkeiten, vor allem die Landeshauptleute in Nord- und Südtirol prägnant vorgestellt. Das Leitmotiv des Werks sieht der Rezensent in der Südtirolfrage, deren außenpolitische Behandlung Gehler "bestechend" analysiere.
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