Mit einem Nachwort von Alberto Toscano, Autor des Buchs "Spätfaschismus: Rassismus, Kapitalismus und autoritäre Krisenpolitik". Der Erfolg faschistischer Bewegungen und Parteien lässt sich nicht allein mit Angst und Wut erklären. Ebenso ausschlaggebend sind die Lust und das Vergnügen an Gewalt und Aggression. So ist Rassismus besonders intensiv, wenn er erotisch aufgeladen ist, etwa, wenn Migration als sexuelle Bedrohung für deutsche Frauen dargestellt wird. Neben diesem "sexy Rassismus", so die Historikerin Dagmar Herzog, ist eine obsessive Behindertenfeindlichkeit elementarer Grundbaustein des AfD-Programms - mit starkem Widerhall der Nazis. In "Der neue faschistische Körper" unternimmt Dagmar Herzog den Versuch, die Geistesgeschichte dieser beiden Phänomene - libidinöse Intensivierung im Faschismus und Feindseligkeit gegenüber als imperfekt wahrgenommenen Körpern - zusammenzudenken. Denn nur wer die Gefühlswelten und Debatten vergangener Faschismen studiert, kann ihre gegenwärtige Erscheinungsform verstehen und bekämpfen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 23.01.2026
Rezensent Nils Schniederjann versteht mit dem Buch der Historikerin Dagmar Herzog, inwiefern rechte Bewegungen mit erotischer Bildsprache Körperpolitik betreiben, die ihren Befürwortern Befreiung durch Exklusion verspricht. Diesen Ansatz findet der Rezensent neu, die Analysen rechter Ideologie im Buch augenöffnend. Nicht nur Plakate der AfD kommen in den Blick, auch eugenisches Denken vor der NS-Zeit, so Schniederjann. Herzogs Erkenntnisse diesbezüglich findet der Rezensent erhellend. Trotz der ein oder anderen "Fehleinschätzung", etwa in Bezug auf den Begriff "Remigration" und seiner Folgen scheint Schniederjann die "kompakte" Studie mit ihrem umfangreichen Fußnotenteil lesenswert.
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