Aus dem Französischen von Hainer Kober. Gräueltaten auf dem Balkan, Schwarzhemden in Moskau, allgegenwärtiger Ausländerhass ? zehn Jahre nach dem Niedergang des Sowjetsystems haben in Osteuropa Chauvinismus und Rassismus Konjunktur und gewinnen auch in westlichen Demokratien an Einfluss. Warum hat diese Entwicklung gerade in Ländern eingesetzt, in denen bis vor kurzem jeder das Loblied auf die Internationale singen musste? Ist sie Ausdruck der Enttäuschung über das politische Scheitern, oder wurzelt sie in einer Verwandtschaft kommunistischen und faschistischen Denkens? Thierry Woltons Antwort: Die beiden totalitären Ideologien sind im Kern das Gleiche ? unabhängig von der Farbe, die sie sich geben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.02.2001
Wenn der Rezensent Hans Kluth zu dem Schluss gelangt, dass "das Buch ein Beitrag zu einem speziellen, aber wichtigen Aspekt der Zeitgeschichte" ist, wissen wir, dass das Verhältnis von Faschismus und Kommunismus zwar ein wichtiges Thema ist, genauso liegt aber auch der Schluss nahe, dass das Buch nicht unbedingt ein wichtiger "Beitrag" zu diesem "wichtigen" zeitgeschichtlichen Thema darstellt. Und genauso fällt dann auch das Urteil der Rezension aus: Woltons Thesen werden mit der Totalitarismus-Theorie der fünfziger Jahre in Zusammenhang gebracht, und der Rezensent wirft Wolton an manchen Stellen sogar vereinfachende Pauschalierungen vor.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Anne Carson: Der bittersüße Eros Aus dem nordamerikanischen Englisch von Christina Dongowski. Es war eine Dichterin, Sappho, die dem Eros das paradoxe Attribut "bittersüß" gab. Dies geschah in der Zeit,…