Der Wunsch nach einer Korrektur und Verbesserung der menschlichen Natur ist so alt wie die Menschheit selbst. Doch heute stehen für derart tief greifende "Umbauarbeiten" immer perfektere medizinische Technologien zur Verfügung: Schönheitschirurgie, Lifestyle-Psychopharmaka, "Hirnschrittmacher", Gen-Doping. Im Zuge dieser nicht-krankheitsbezogenen Manipulationen wird aus dem Patientenkörper zunehmend eine Baustelle, die aus philosophischer, kulturwissenschaftlicher, medizinethischer und psychologischer Sicht bislang nicht hinreichend inspiziert worden ist. Wo liegen die Grenzen zwischen kreativer Selbstgestaltung und autoaggressiver Selbstverstümmelung, zwischen Selbstverwirklichung und Anpassung, zwischen einer Befreiung von den Fesseln der Natur und der Hybris "transhumaner Expansion"? Mit Beiträgen u.a. von Kurt Bayertz, Matthias Kettner, Kurt W. Schmidt, Julia Schoch, Bettina Schöne-Seifert und Ludwig Siep.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.04.2006
Mit Skepsis betrachtet Rezensent Alexander Kissler das Projekt des 1957 vom Biologen Julian Huxley begründeten Transhumanismus, der die physische, psychische und genetische Optimierung des Körpers propagiert und Freiheit in der Moderne als Freiheit zur Selbstschöpfung begreift. Der vorliegende Band belegt für Kissler, dass die Wirklichkeit dem Transhumanismus zuarbeitet. Allerdings erscheint es Kissler höchst zweifelhaft, dass wir heute dank Chemie und Skalpell in wahrhaft modernen Zeiten leben. Die Beispiele, die Band der in Sachen Bodytuning bietet, findet er "doch eher abschreckend als Respekt gebietend". Mit Praktiken wie etwa Genitalpiercings, Zungenspaltungen, subkutane Implantate, extreme Gewebedehnungen, Verankerung von Metallklammern in der Haut und so fort mag sich Kissler nämlich nicht anfreunden.
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