Bearbeitet und mit einem Nachwort herausgegeben von Marion Neiss. Im Jahre 1942 taucht Cioma Schönhaus nach der Deportation seiner Eltern in den Untergrund von Berlin ab. Dort lebte er vom Erlös der elterlichen Wertsachen. Finanziell unabhängig, fälschte er - der über grafische Kenntnisse verfügte - Ausweispapiere, mit denen sich Hunderte von Todgeweihten retten konnten. Cioma Schönhaus berichtet, wie er sich als 20-jähriger Jude täglich durchschlagen musste und dabei sogar die Stirn besaß, eine kleine Segeljacht auf dem Wannsee zu kaufen. Sein Bericht zeugt von Intelligenz und Einfallsreichtum, von Lebenslust und auch von Leichtsinn. Immer wieder gelang es ihm, durch das Netz der Verfolger hindurchzuschlüpfen. Schließlich kam ihm die Gestapo doch auf die Spur und suchte ihn steckbrieflich. Mit seinem Fahrrad gelang ihm die Flucht in die Schweiz - selbstverständlich mit eigens gefälschten Dokumenten.
in wahrhaft abenteuerliches und lebensgefährliches Leben hat Cioma Schönhaus im Dritten Reich geführt. Er weigert sich als Jude den Judenstern zu tragen, ja, er wagt gar mit großer Chuzpe hochstaplerische Auftritte in teuren Restaurants und verkauft die Wohnungseinrichtung seiner Eltern hinter dem Rücken der Nazis, die sie eigentlich konfisziert haben. Im Untergrund beginnt die eigentliche Karriere des gelernten Grafikers als Dokumentenfälscher. Seine Präzisionsarbeit hat vielen jüdischen Flüchtlingen das Leben gerettet - und auch er selbst schleicht sich mit einem selbst gefälschten Pass über die Schweizer Grenze. Der Rezensent Klaus Hillenbrand beschränkt sich in seiner Rezension der Autobiografie darauf, die aufregende Lebensgeschichte Schönhaus' nachzuerzählen - der Respekt vor dem Autor ist aber in jeder Zeile zu spüren.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 07.10.2004
Das Buch, in dem Cioma Schönhaus über seine Zeit im Berlin der Nazizeit berichtet, wo er untertauchte und dann Pässe für andere untergetauchte Juden fälschte, hat Elke Schubert vor allem durch die jugendliche "Unbekümmertheit" beeindruckt, mit der Schönhaus von seinen Erlebnissen erzählt. Allenthalben wird während der Lektüre der "Leichtsinn" Schönhaus' deutlich, der ihn zwar häufig in große Bedrängnis brachte, ihm aber auch oft genug das "Leben rettete", teilt die Rezensentin in ihrer kurzen Besprechung des Buches fasziniert mit.
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