Christian Welzbacher

Monumente der Macht

Eine politische Architekturgeschichte Deutschlands 1920-1960

Klappentext

Erstmals wird in diesem Buch eine Untersuchung des Staates als Bauherr im 20. Jahrhundert vorgelegt, die das Ziel verfolgt Vorgeschichte und Nachwirkung der nationalsozialistischen Repräsentationsbauten in einen größeren politischen Zusammenhang einzubetten. Welche Relevanz hat die Baukunst in den unterschiedlichen politischen Systemen für das Selbstverständnis einer Gesellschaft? Wie steht sie mit den unterschiedlichen Formen und Facetten der Kultur in Verbindung? Und inwieweit übermittelt Staatsarchitektur auch immer eine politische Aussage? Christian Welzbacher geht all diesen Fragen in seinem Buch "Monumente der Macht" nach und untersucht die Baukultur und Baupolitik Deutschlands zwischen 1920 und 1960. Seine Betrachtungen umfassen die intensiven Architekturdebatten der Weimarer Republik, ebenso wie die städtebaulichen Strategien des Dritten Reichs zur Staatsinszenierung unter den Nationalsozialisten und richten zuletzt den Blick auf den Umgang der beiden Nachfolgerstaaten mit dem steinernen NS-Erbe, bei dem sich Denkmalstrategien entwickelt haben, die weit bis in die Zeit der Berliner Republik nachwirken.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.10.2016

Rezensentin Laura Weißmüller hat auf diese politische Architekturgeschichte von Christian Welzbacher lange warten müssen. Dabei scheint ihr der Vergleich politischer Vereinnahmung architektonischer Formen in der Weimarer Republik, im NS-Staat und in der Nachkriegs-BRD äußerst fruchtbar, zumal, wenn er auf so "akribischen" Recherchen beruht, wie bei Welzbacher, findet die Rezensentin. Deutlich wird für sie an den vom Autor gut aufgearbeiteten und lesbaren Beispielen nicht nur, dass es eine Stunde null in der Architektur nie gegeben hat und zwischen 1920 und 1960 immer gerne monumental gebaut wurde, sondern auch, dass sich Architekten stets gern in den Dienst der Mächtigen stellten. Über die Zeit nach Kriegsende hätte Weißmüller allerdings gern noch mehr erfahren. Hier bleibt der Autor etwas zu knapp, meint sie.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.08.2016

Im Wesentlichen ist Michael Mönninger mit Christian Welzbachers politischer Architekturgeschichte Deutschlands von 1920 bis 1960 zufrieden. Der Berliner Kunsthistoriker untersuche hier nicht nur, wie die Architekturen zwischen Modernität und Monumentalität wechselten, sondern auch wie unbekümmert große Architekten den verschiedenen Diktaturen dienten. Mit großem Interesse verfolgt der Rezensent die unterschiedlichen Pläne zur Gestaltung des Spreebogens, erfährt, weshalb sich konservative und moderne Architektur so stark annäherte und lobt Welzbachers sorgfältigen Umgang mit Quellen, die akribisch in Fußnoten festgehalten werden. Dass der Autor auf seine bisherigen Publikationen nicht hinweist und somit den Eindruck von Erstveröffentlichungen entstehen lässt, findet Mönninger störend, einige Artikel hätten dabei auch dringend einer Aktualisierung bedurft. Während er Welzbachers Zurückhaltung bezüglich moralischer Urteile über die deutschen Architekten begrüßt, hätte er sich allerdings eine faire Beurteilung der architektonischen Errungenschaften der Berliner Republik gewünscht.
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