Aufgezeichnet von Georges Belmont. Aus dem Französischen von Margarte Carroux. Mit 22 Jahren wird Céleste Albaret Haushälterin bei Marcel Proust. Neun Jahre lang, bis zu seinem Tod, umsorgt sie den an Asthma leidenden Schriftsteller mit den extravaganten Sonderwünschen. Nicht immer einfach, denn Monsieur Proust schläft tags und arbeitet nachts, hat sehr genaue Vorstellungen davon, was wo einzukaufen ist, welche Untertasse, welche Decke oder welcher Pullover die richtigen sind. Doch der Schriftsteller schenkt seiner Haushälterin auch von Anfang an seine Aufmerksamkeit, teilt seine Gedanken und Gefühle mit ihr, versucht, sie an die Literatur heranzuführen (allerdings liestsie nur eins der Bücher, die er ihr empfiehlt: Alexandre Dumas' Die Drei Musketiere). Es entsteht ein fruchtbares Arbeitsbündnis, beinahe eine Freundschaft. Céleste Albaret wird zu Prousts Lektorin und engsten Vertrauten, wenngleich beide bei aller Herzlichkeit bis zuletzt höfliche Distanz wahren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.06.2021
Zu den berühmten Büchern, die zum 150. Geburtstag von Marcel Proust wieder aufgelegt werden, gehören auch die Erinnerungen seiner Haushälterin Céleste Albaret, informiert Rezensent Andreas Platthaus, der eine ganze Reihe von Neuerscheinungen bespricht. Zu den Aufzeichnungen sagt er nicht viel, er betont jedoch, dass die Zweifel an ihrer Authentizität ausgeräumt sind. Dennoch würde er nicht alles für bare Münze nehmen, schließlich sprach Madame Albaret erst zu Beginn der siebziger Jahre mit dem Lektor Georges Belmont über ihre Zeit mit Proust - fünfzig Jahre nach dessen Tod.
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