Aus dem Französischen von Uli Aumüller. Liebe auf den ersten Blick gibt es auch bei Büchern und Bildern, bei Musik und Filmen. Milan Kundera, einer der großen Romanciers unserer Zeit, erzählt von diesen Begegnungen. In einem seiner persönlichsten Bücher schildert er seine Liebesgeschichten mit Autoren, Komponisten, Malern, Romanen und Filmen. Bei Dostojewski, Francis Bacon, Tolstoi und Philip Roth entdeckt Kundera mit Leichtigkeit Details und Interpretationen, die uns zu einer neuen Lesart bringen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.05.2011
Nicht immer ist Andreas Kilb mit Milan Kundera einverstanden, ganz besonders nicht, wenn er behauptet, die späteren Romane Thomas Manns seien vom historischen Ernst der Situation überschattet, in denen er sie schrieb - wie kann man das von "Felix Krull" oder "Lotte in Weimar" behaupten? Aber Kundera ist ein großer Autor, und einen großen Autor erkennt man daran, dass er sich auch dann offenbart, wenn er irrt, so Kilb, der die Stationen dieses Essaybandes, von Boccaccio bis Fellini, von Francis Bacon bis Leos Janacek mit großer intellektueller Freude durcheilt. Kundera erweist sich für ihn als ein Autor der Leichtigkeit vor tragischem Hintergrund - einer, der an Mann suchte, was er selber ist.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 31.03.2011
Mit der Titelwahl dieses Essaybandes zeigt sich Milan Kundera zwar als surrealismusaffin, meint Lothar Müller. Aber natürlich würde sich dieser große Schriftsteller niemals dem Doktrinären verschreiben oder seine Treue zum Roman, diesem "mosntrösen, unförmigen Wesen" aufgeben. Und so lässt sich in diesem Band vor allem Kunderas Glauben an den Roman mit seinen humoristischen Wurzeln erkennen, seine Liebe zu Rabelais, Diderot und Anatole France, dem hier eine "Ehrenrettung" nach der Verdammnis durch die Surrealisten zuteil wird, wie der Rezensent mitteilt. Die "Begegnung", die Müller am intensivsten gepackt hat, ist die mit der Antillen-Literatur, und ebenfalls wichtig erscheint ihm, dass der tschechische Autor, der 1975 nach Frankreich emigrierte, Literatur im Zusammenhang mit anderen Künsten erlebt. So vergleicht er im Eröffnungstext des Bandes Francis Bacon mit Samuel Beckett, lässt der Rezensent wissen. Vor allem aber haben ihn die Essays als "indirekte Autobiografie" ihres Autors beeindruckt.
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