Mit einem Nachwort von Michael Kleeberg. Als der aufstrebende Romanist Ernst Robert Curtius seinen wegweisenden Essay "Marcel Proust" 1925 erstmals veröffentlichte, wurde der bedeutendste französischsprachige Erzähler der Moderne in Deutschland gerade erst entdeckt. Umso erstaunlicher ist es, mit welcher Genauigkeit, mit welch sicherer Intuition Curtius durch Marcel Prousts Werk führt. Er tut es nicht nur als kundiger Literaturwissenschaftler, sondern vor allem als begnadeter Leser. Satz für Satz, Metapher für Metapher erhellt Curtius kongenial den besonderen Zauber von "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit". Sein Essay ist daher nicht nur ein Lektürebegleiter erster Wahl für alle Proust-Leser und diejenigen, die es endlich werden wollen, sondern auch ein Meisterstück literarischer Kritik, das höchsten Genuss verspricht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.06.2021
Zu Marcel Prousts 150. Geburtstag erscheinen nicht nur eine Reihe von neuen Titeln, sondern auch Klassiker wie Ernst-Robert Curtius berühmter Proust-Essay neu, den Rezensent Andreas Platthaus noch einmal mit großem Gewinn gelesen hat. Wie Platthaus erklärt, hat der Romanist Curtius den französischen Romancier nicht aus dessen Leben heraus zu verstehen versucht, sondern aus dessen Lektüren. Wie erhellend das ist, zeigt sich für Platthaus darin, dass auch Proust selbst dachte, ein Leser suche in einem Roman vor allem sich selbst. Auch Michael Kleebergs Nachwort findet der Rezensent instruktiv.
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