Eine Ästhetik des digitalen Zeitalters - Jeff Koons, iPhone und Brasilian Waxing: Warum finden wir das Glatte schön? Die Schönheit befindet sich heute in einer paradoxalen Situation. Einerseits breitet sie sich inflationär aus: Überall wird ein Kult um die Schönheit betrieben. Andererseits verliert sie jede Transzendenz und liefert sich der Immanenz des Konsums aus: Sie bildet die ästhetische Seite des Kapitals. Die Erfahrung der Negativität angesichts des Schönen wie Erhabenheit oder Erschütterung weicht komplett dem kulinarischen Wohlgefallen, dem Like. Letzten Endes kommt es zu einer Pornografisierung des Schönen. Der vorliegende Essay des bekannten Philosophen Byung-Chul Han beschwört jene Formen des Schönen, die sich als Wahrheit, als Desaster oder als Verführung manifestieren. Erschlossen werden auch jene Dimensionen des Schönen, die eine Ethik oder Politik des Schönen begründen würden.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.08.2015
Rezensent Michael Stallknecht zeigt sich beeindruckt von Byung-Chul Hans neuem Buch "Die Errettung des Schönen". Denn dem Philosophen gelinge es in seinem Großessay überzeugend, das wahre Schöne vom Gefälligen zu unterscheiden - in Zeiten eines allgegenwärtigen Perfektionsdrangs ein verdienstvolles Unterfangen, so der Kritiker. Auch wenn ihn Hans Bemühung zahlreicher philosophischer Stimmen bisweilen ein wenig erschöpft, freut er sich umso mehr, dass Han Adorno für die Gegenwart "revitalisiert". Vor allem lernt Stallknecht bei dem Kapitalismuskritiker Han zwischen verschiedenen Gestalten des Schönen zu differenzieren: "Digitalschönes" etwa, das leicht zu haben ist und die Autoerotik bestätigt oder sich "vorsichtig enthüllende" Schönheit, die den narzisstischen Kokon aufzubrechen vermag.
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