Umberto Eco

Die Geschichte der Hässlichkeit

Cover: Die Geschichte der Hässlichkeit
Carl Hanser Verlag, München 2007
ISBN 9783446209398
Gebunden, 453 Seiten, 39,90 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Friederike Hausmann, Petra Kaiser und Sigrid Vagt. Zu allen Zeiten haben Philosophen und Künstler Definitionen des Schönen gesucht. Das Hässliche dagegen ist meist nur als Gegensatz zum Schönen verstanden worden, fast nie wurde es für sich selbst betrachtet. Umberto Eco hat nun in seiner Geschichte der Häßlichkeit ein wunderbares Panoptikum versammelt: von Hölle und Teufel zu Monstern und Märtyrern, von den Hexen zu den Satanisten, vom Grotesken zur Obszönität, von der Apokalypse bis zum modernen Kitsch. Ein phänomenales Buch, das mit einem überwältigenden Reichtum an Abbildungen und Textstellen die faszinierende Nachtseite jener Schönheit zeigt, in welcher sich die abendländische Kultur so gerne sonnt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.12.2007

Dieser Band war offensichtlich eine anregende Lektüre für Stefana Sabin, die in ihrer Kritik zunächst darauf hinweist, dass er einen vor drei Jahren erschienenen Band über Schönheit ergänzt und fortführt. Formal scheint der Band ähnlich gehalten zu sein: Eco arbeitet mit Text- und Bildbeispielen und geht dabei nicht systematisch, sondern eher assoziativ essayistisch, darum aber nicht weniger gelehrsam vor. Selbst die Hässlichkeit wurde im Laufe der abendländischen Kulturgeschichte trivialisiert - das ist eine der Lehren, die Sabin aus dem Band mitnimmt. Das macht sie nicht harmloser, wie Sabin am Beispiel von Karikaturen darlegt, die Eco laut ihrem Bericht als ein Mittel der Diffamierung durch Zuschreibung von Hässlichkeit definiert. Darum enthält der Band - so Sabin - auch einen Appell zur Toleranz gegenüber dem, was anders aussieht und ist.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.10.2007

Diese "überbordend reiche" Geschichte des Hässlichen ist nicht für das Lesen in einem Stück gedacht, rät Jens Bisky, sondern lädt ein, immer wieder darin zu blättern und sich punktuell zu vertiefen. Besonders geeignet sei das Kompendium für denjenigen Typ des Lesers, der mit kindlicher Unerschrockenheit ins Ungewisse aufbrechen und alles am liebsten selbst erforschen möchte. Denn die Einordnung der Texte und Bilder geschehe zwar mit "bewundernswertem Takt", aber auch mit einem gewissen Minimalismus von Seiten des Herausgebers Umberto Eco. Was den abenteuerlustigen Bisky aber nicht stört. Eine überordnende Typologie des Hässlichen erstelle Eco nicht, plädiere aber für eine eigenständige Betrachtung des Phänomens, das eben nicht nur die Kehrseite des Schönen sei. Schön findet Bisky wiederum, dass Eco am Schluss mit dem Verweis auf die wohl ewig unangenehme übermäßige Quart betont, dass eben nicht alles relativ sei, nicht mal in der Postmoderne.
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