Berndt Georg Thamm

Der Dschihad in Asien

Die islamistische Gefahr in Russland und China
Cover: Der Dschihad in Asien
dtv, München 2008
ISBN 9783423246521
Kartoniert, 280 Seiten, 15,00 EUR

Klappentext

Islamisten bedrohen nicht nur Europa und die USA, sondern auch die asiatischen Länder. Viele Muslime, die in China, Russland und den zentralasiatischen Staaten leben, wenden sich islamischen Extremisten zu. Diese planen, von dort aus einen globalen Kalifatstaat zu errichten, so dass weltweit das islamische Gesetz gilt. Zentralasien ist durch seine Rohstoffe und Pipelines von großer Bedeutung für den Westen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.07.2009

Rezensent Thomas Speckmann attestiert Berndt Georg Thamm, einen interessanten Perspektivenwechsel in der Debatte um den islamistischen Terrorismus zu unternehmen. Thamm richtet seinen Blick nicht nur auf die islamistischen Bedrohung des Westens, sondern auch auf die chinesischer und russischer Randgebiete, deren ethnische Konflikte, wie Speckmann zustimmt, zunehmend islamisiert werden, in Afghanistan ebenso wie in Tschetschenien oder im uigurischen Teil Chinas. Nach Meinung des Rezensenten verdient der Autor Anerkennung dafür, dass er diese Zusammenhänge klar aufzeigt. Speckmann steht jedoch skeptisch der Forderung des Autors gegenüber, den Kampf gegen den Terrorismus mit den autoritären Regierungen in Moskau und Peking zusammen zu führen. Denn nach Ansicht des Rezensenten ist es unumstößlich zwischen der östlichen und westlichen Bedrohung zu differenzieren, sowie zwischen demokratischen und undemokratischen Strategien zu ihrer Bekämpfung.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.05.2008

Rezensent Harald Biermann sieht diesen Versuch einer Darstellung des Dschihadterrorismus' als vertane Chance, ein wichtiges Thema in die Diskussion zu bringen. Zwar anerkennt er Berndt Georg Thamms Zusammenschau der Fakten zum "islamistischen Siegeszug" am Hindukusch und die klare Deutung des deutschen Engagements in der Region. Die von Thamm eingenommene Perspektive, diejenige Russlands und Chinas nämlich, lässt den Rezensenten allerdings aufhorchen. Was Biermann infolgedessen kritisiert, ist die Empathie des Autors mit dieser Sichtweise, das Verkennen der Interaktion zwischen dem Terror und den Reaktionen aus Moskau und Peking und die unkritische Haltung gegenüber diesen Reaktionen. Erschüttert wird das Vertrauen Biermanns in diese Untersuchung ferner durch faktische Fehler bei der historischen Nachzeichnung der betreffenden ethischen Konflikte.