Mit 36 Abbildungen. Der 9. Oktober 1989 in Leipzig ist der schicksalhafteste Tag der Friedlichen Revolution. Hochgerüstete Polizisten standen mehr als 70.000 Menschen gegenüber. Der gewaltlose Ausgang des Tages hat viele Väter, viele Mütter. Als einer der "Leipziger Sechs" arbeitete Bernd-Lutz Lange am 9. Oktober mit an einen Aufruf, den Kurt Masur über den Stadtfunk verlas und der dazu beitrug, dass diese Montagsdemonstration friedlich verlief. Dreißig Jahre danach begibt sich Bernd-Lutz Lange auf Spurensuche und entdeckt noch bislang Unbekanntes. Sein Sohn, der Historiker Sascha Lange, zeichnet anhand überlieferter Akten die Ereignisse nach und zeigt, welchen immensen Aufwand der SED-Staat betrieb, um das zu verhindern, was er nicht mehr verhindern konnte - das Aufbegehren mündiger Bürger für Freiheit und Demokratie.
Mit ausführlichen Zitaten lässt Rezensentin Bettina Baltschev die Leser teilnehmen an der "Zeugenschaft" der Protagonisten, die sie als das Entscheidende an diesem Buch heraushebt. Ihr gefällt, dass es Vater und Sohn sind, nämlich der damals junge neugierige Schüler und sein sich aktiv einmischender Vater, die sich im Zweiklang detailliert an die Leipziger Demonstration des 9. Oktober erinnern. Durch ihre Zitate aus den Erinnerungstexten markiert die Rezensentin auch die Stadt Leipzig als besonderen Ort in der DDR - der er zum Beispiel durch die Buchmessen war. Sie gibt so auch dem Gedanken noch einmal Raum, dass die 70.000 Menschen auf den Straßen Leipzigs nicht für die Wiedervereinigung demonstrierten, sondern für eine "grundlegend reformierte DDR". Es war, so hat die lobende Rezensentin gelernt, neben der "Zögerlichkeit" der SED vor allem die friedliche Entschiedenheit der vielen "Gleichgesinnten", die diesen historischen Schritt des 9. Oktober 1989 in Leipzig vollbrachten.
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