Aus dem Amerikanischen von Barbara Steckhan und Karola Bartsch. Sich selbst verbrennen oder nicht? Der Junge hadert. Sein bester Freund hat es bereits getan - aus Protest gegen die chinesische Regierung, die Tibetern jeglichen gesellschaftlichen Aufstieg verwehrt, ihre Freiheit beschneidet und ihre Kultur zerstört. Barbara Demick schildert in ihrer Reportage das Schicksal von acht Menschen, die in der ost-tibetischen Stadt Ngaba leben - einer Stadt, die als Zelle des Widerstands gilt und nicht zuletzt wegen der vielen Selbstverbrennungen besonders unter chinesischen Repressalien leidet. Die Lebensgeschichten geben tiefe Einblicke in den tibetischen Alltag abseits der touristischen Sehnsuchtsorte. Es ist ein Alltag, der geprägt ist vom Kampf zweier Kulturen, vom Ringen Tibets um politische Selbstbestimmung und kulturelle Identität, von Unterdrückung und Gewalt, von verborgenem Leid und der Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Eine eindrückliche Hommage an die Menschen in Tibet.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 06.02.2021
Rezensentin Ruth Kirchner hebt hervor, wie bemerkenswert es ist, dass die Journalistin Barbara Demick für dieses Buch sowohl mehrere Jahre Zeit in Recherche und Interviews investiert und einige der wenigen ausgewanderten Tibeter in Indien aufgespürt hat, als auch Ngaba, die tibetische Stadt, von der sie erzählt, mehrmals persönlich besuchen durfte. Der Kritikerin zufolge ist daraus ein beeindruckendes Buch entstanden, das am Beispiel Ngabas ein differenziertes Stimmungsbild des tibetischen Verhältnisses zu China zeichnet.
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