Lange schien Pekings neo-kommunistische Verbindung von Wachstum, Nationalismus und sozialer Kontrolle eine erfolgreiche Alternative zu westlicher Demokratie und Marktwirtschaft. Doch heute zeigt die Fassade des Global Players Risse: Der Tech-Boom ist vorbei, die Immobilienblase geplatzt und das Gesundheitssystem kollabiert. Lea Sahay, China-Korrespondentin der SZ, spürt diesen Entwicklungen nach. Sie blickt hinter die Kulissen des Landes und erzählt die Geschichte Chinas durch die Augen einfacher Menschen. Dabei kombiniert sie Alltag und Staatspolitik und liefert so einen Schlüssel zum Verständnis eines Landes am Scheideweg.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 10.10.2024
Viel über die Probleme des aktuellen China lernt man aus diesem Buch, findet Rezensent Adrian Geiges. Dessen Autorin Lea Sahay lebte 2007 ein Jahr im Land, erfahren wir, und tut dies seit 2016 wieder, inzwischen als Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung. In ihrem Buch geht es um die Veränderung, die sie seit dem ersten Besuch beobachtet, erzählt Geiges. So erfährt er, dass die Bevölkerung in den Nullerjahren offen für alles Neue und Westliche war, während Ausländer in jüngeren Jahren eher skeptisch beäugt und als potentielle Infektionsherde betrachtet werden. Nicht nur Ausländer haben es inzwischen schwerer in China, stellt Geiges mit Sahay klar, am meisten leiden die Chinesen selbst unter dem immer autoritärer auftretenden, neue Formen der digitalen Kontrolle installierenden Regime; sowie auch unter den wachsenden ökonomischen Schwierigkeiten. Insgesamt ein willkommener Reality Check, auch und gerade im Vergleich mit den Machwerken von Chinaapologeten wie Frank Sieren, so das Fazit.
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