Astrid Arndt

Ungeheure Größen: Malaparte - Celine - Benn

Wertungsprobleme in der deutschen, französischen und italienischen Literaturkritik
Cover: Ungeheure Größen: Malaparte - Celine - Benn
Max Niemeyer Verlag, Tübingen 2006
ISBN 9783484181779
Broschiert, 380 Seiten, 68,00 EUR

Klappentext

Nach 1945 herrscht unter westeuropäischen Intellektuellen der Konsens, dass sich literarisch 'hochwertige' Künstler in den totalitären Systemen nicht kompromittiert haben. Anhand von drei Fallstudien - Curzio Malaparte (1898-1957), Louis-Ferdinand Celine (1894-1961) und Gottfried Benn (1886-1956) - untersucht die Arbeit, wie das literarische Feld mit Autoren umgeht, die diese behauptete Inkompatibilität von ästhetischem Gelingen und moralischem Versagen konterkarieren. Dabei zeigen sich paradigmatische Argumentationsstrukturen, die sich - wie die Arbeit anhand aktueller Debatten nachweist - bis heute halten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.04.2006

Rezensent Wilfried Wehle ist enttäuscht von dieser Studie über die Frage, ob im falschen politischen Bewusstsein echte literarische Qualität gedeihen kann. Bereits die Auswahl der Autoren findet er problematisch, da sie alle "durch ihre Nähe zu rechtstotalitären Systemen" im Zwielicht stünden. Parteigänger linker Diktaturen wie Brecht, Breton oder Gramsci fielen daher durch den Rost des Diskurses. Und der hat nach Ansicht des Rezensenten außer den üblichen Verdächtigen von Adorno, Vittorini oder Sartre wenig zu bieten. Wehle findet es nicht besonders originell, Malaparte, Celine und Benn noch einmal vor den "moralischen Gerichtshof dieser antifaschistischen Intellektuellen" zu stellen, was Astrid Arndt in ihrer Studie offensichtlich tut. Zwar untersucht ihre Arbeit aus den Konflikt mit dem gebotenen wissenschaftlichen Instrumentarium, erklärt er. Zu wirklich prickelnden Erkenntnissen kommt sie seiner Ansicht nach jedoch nicht. Auch weil sie von der "Hochebene der Metareflexion" kaum Augen für die literarischen Texte selbst habe.

Beliebte Bücher

Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…
Dana Vowinckel. Anton und Alma - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Dana Vowinckel: Anton und Alma
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…
Eva Menasse. Alleinruhelage - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Eva Menasse: Alleinruhelage
Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.…
Dörte Hansen. Broder - Roman. Penguin Verlag, München, 2026.Dörte Hansen: Broder
"Es zählt nur einer auf dem Hof, das ist der Sohn, der bleibt. Aber die anderen, die übrig sind, die zweiten, dritten, vierten Söhne und die Töchter, die nicht zählen, bleiben…