Der NS-Staat war auch eine Mediendiktatur. Was damals publiziert wurde, entschied im wesentlichen Joseph Goebbels. Doch der Propagandaminister dirigierte nicht allein. Wie der Kampf zwischen staatlichen und parteiamtlichen Bürokraten um die literaturpolitischen Kompetenzen verlief und wie sich dies auf Verlagswesen, Buchmarkt und literarische Produktion auswirkte, ist Thema dieser Überblicksdarstellung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 03.08.2010
Für Rudolf Walther bietet die Studie von Jan-Pieter Barbian einen umfassenden Überblick über die Selbstanpassung und Maßnahmen der Gleichschaltung des literarischen Betriebs nach 1933. Dass es nicht nur die, wie wir hier lernen, minutiös geplante Bücherverbrennung gab, sondern komplexe Machtkämpfe zwischen den Institutionen (Börsenverein, Ministerien, NSDAP, Staatspolizei), die gleichermaßen an der kulturellen Gleich- beziehungsweise Aussschaltung mitstrickten, erfährt der Rezensent auf über 500 Seiten. Walther lobt die Präzision des Autors beim Bewältigen des umfangreichen Materials. Das Ergebnis ist für ihn ein Handbuch, das Maßstäbe setzt für den Forschungs- und Interessenbereich "Mediendiktatur".
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