Insgesamt 183 Doktoren der Ludwig-Maximilians-Universität wurde in der Zeit des Nationalsozialismus der akademische Grad entzogen, weil sie unter dem Blickwinkel des Regimes eines "deutschen akademischen Titels nicht würdig" waren. Hochrangige Wissenschaftler, wie der Politologe Karl Löwenstein oder der Widerstandskämpfer Kurt Huber, zählten zu den Betroffenen, welchen ein Ausschuss aus Rektor und Dekanen das Recht einer Doktorwürde nachträglich aberkannte. Der Impuls hierzu stammte ebenfalls aus München: Schon 1933 regte der bayerische Studentenschaftsführer Karl Gengenbach bei den staatlichen Behörden an, den Doktorentzug als politisches Repressionsmittel zu nutzen. War der Universität vor 1945 aufgrund der gesetzlichen Vorschriften nur ein geringer Entscheidungsspielraum zugemessen, so tat sie sich auch lange Zeit nach Kriegsende schwer im Umgang mit dem Unrecht der nationalsozialistischen Degradierungen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.11.2008
Frank-Rutger Hausmann betont, wie viel Zeit sich deutsche Universitäten, so auch die Münchener LMU, mit der Aufarbeitung des düsteren Kapitels der "Depromotion" während der NS-Zeit gelassen haben und dass noch immer nicht alle Universitäten tätig geworden sind. Um so mehr freut ihn diese Arbeit von Stefanie Harrecker, die die Depromotionspraxis an der LMU untersucht. Hausmann schätzt das Einfühlungsvermögen und die Gründlichkeit, mit der die Autorin 183 Verfahren (129 davon verbunden mit der Ausbürgerung des Betroffenen, darunter, wie Hausmann betont, auch prominente Namen) behandelt und in einem Dokumentationsteil eigens nachzeichnet.
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