Anne Applebaum

Roter Hunger

Stalins Krieg gegen die Ukraine - Mit zahlreichen Abbildungen
Cover: Roter Hunger
Siedler Verlag, München 2019
ISBN 9783827500526
Gebunden, 544 Seiten, 36,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Martin Richter. Mit zahlreichen Abbildungen. Der gegenwärtige Konflikt um die Ostukraine und die Krim ist ohne diese historische Last nicht zu verstehen - der erzwungene Hungertod von mehr als drei Millionen Ukrainern 1932 und 1933, Holodomor genannt, war eine der größten Katastrophen des 20. Jahrhunderts. Und sie hat Folgen bis heute - Stalins "Krieg gegen die Ukraine" hat sich tief im kollektiven Bewusstsein der osteuropäischen Völker verankert. Anne Applebaum vereint in ihrer Darstellung die Perspektive der Täter und jene der Opfer: Sie zeigt Stalins Terrorregime gegen die Ukraine, die Umstände der Vernichtungspolitik - und verleiht zugleich den hungernden Ukrainern eine Stimme.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.05.2019

Für Jürgen Kaube taugt der Sozialismus nicht mal mehr als "diskutable Fantasie". Wie grauenvoll die sozialistische Realität sein konnte, zeigt ihm die amerikanische Historikerin Anne Applebaum in ihrem neuen Buch "Roter Hunger". Applebaum rekonstruiert darin, wie die Kollektivierung der Landwirtschaft in der Ukraine zum Tod von vier Millionen Menschen führte. Kaube zufolge erklärt die Historikerin das große Verbrechen mit einr Kombination aus Ideologie und Repression: Die Verachtung der Bolschewiki für die Ukraine, das marxistische Misstrauen gegenüber der Bauernschaft und ökonomischer Wahnsinn führten in politische und moralische Abgründe, zu Hungertod und Terror. Auffällig: Kaube spricht weder von Holodomor noch von einer gezielten Ermordung, sagt aber nicht, ob auch Applebaum diese Begrifflichkeit vermeidet.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.05.2019

Stefan Plaggenborg erfährt bei Anne Applebaum, wie Stalin mit der Kollektivierung der Landwirtschaft sein Volk aushungerte und zugleich die ukrainischen Unabhängigkeitsbestrebungen bekämpfte. Das ganze Ausmaß der Tragödie behandelt der erste Erzählstrang des Buches, so Plaggenborg, der zweite folgt der ukrainischen Nationwerdung seit 1917. Sichtbar wird für den Rezensenten der Zusammenhang zwischen beiden. Sinnvoll scheint ihm, dass die Autorin sodann die historische Aufarbeitung des "Holodomor" behandelt sowie die folgenden politischen Auseinandersetzungen zwischen Russland und der Ukraine. Besonnen und detailliert erklärt Applebaum laut Rezensent die Bedeutung des "Holodomor" für die heutige Ukraine.
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