Andreas Rinke, Christian Schwägerl

11 drohende Kriege

Künftige Konflikte um Technologien, Rohstoffe, Territorien und Nahrung
Cover: 11 drohende Kriege
C. Bertelsmann Verlag, München 2012
ISBN 9783570101209
Gebunden, 432 Seiten, 21,99 EUR

Klappentext

Welche Gefahren lauern im 21. Jahrhundert? Zwei Journalisten zeigen einige der brisantesten Konfliktherde der kommende Jahrzehnte auf und kommen zu überraschenden Schlüssen. Nach dem 11. September 2001 hat sich die Weltpolitik viel zu lange auf den Islamismus als Hauptgefahrenquelle konzentriert. Nun verhindert die Finanzkrise langfristiges Denken und Handeln. Dabei bauen sich längst neue, noch gefährlichere Risiken auf, denen rechtzeitig begegnet werden müsste, soll es nicht zu Konflikten und Katastrophen kommen, die unsere Zivilisation überfordern könnten.
In elf Szenarien erzählen Schwägerl und Rinke, was den sich zuspitzenden globalen Wettstreit um Technologien, Rohstoffe und Nahrung so gefährlich macht und warum demographische Veränderungen so bedeutsam sind. Ihre Berichte aus der Zukunft führen zu Schauplätzen wie etwa zu den Fischgründen der Weltmeere, den Datenzentren der IT-Konzerne, den Weizenfeldern Afrikas, zu begehrten Bergwerken, umstrittenen Grenzen und in den Weltraum. Eine besondere Rolle spielen Spannungen zwischen der alten Supermacht Amerika und der neuen Supermacht China. Jedes Szenario ist unterlegt mit einer Fülle von Daten und Fakten, die zeigen, dass die "11 drohenden Kriege" alles andere als Science-fiction sind, sondern reale Gefahren darstellen. Schwägerl und Rinke plädieren für eine "robuste Zivilisation", die sich frühzeitig auf die kommenden Risiken vorbereitet und so drohende Konflikte abwendet.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.09.2012

Richtig gut gefällt dem früheren Regierungssprecher Thomas Steg zumindest der erste Satz des Buches von Andreas Rinke und Christian Schwägerl: "Dieses Buch könnte Ihnen Angst machen." Angst machen soll es vor den nächsten Jahrzehnten, vor allem aber vor China. Das findet Steg dann schon weniger gut. In "11 drohende Kriege" entwerfen die beiden Journalisten Szenarien für künftige - mehr oder weniger wahrscheinliche -  Konflikte und fügen diesen "feuilletonistische Reportagen aus der Zukunft" hinzu, um sie den Lesern zu vergegenwärtigen, fasst der Rezensent zusammen. In den Konflikten spiele die drohende Rohstoff-Knappheit genauso eine Rolle wie die Erderwärmung oder auch außer Kontrolle geratene Antibiotika. Die größte Schwäche des Buches sieht Steg in seiner Unterhaltsamkeit, sie lenke zu sehr von dem eigentlich aufklärerischen Ziel der Autoren ab. Aber der Rezensent stört sich auch an dem binären Denken der Autoren, die China die Rolle des "ubiquitären Bösewichts" zuwiesen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.05.2012

Reichlich abstrakt klingt, was der hier rezensierende Politologe Herfried Münkler über dieses Buch schreibt, das ja wohl beansprucht, reichlich konkrete Konfliktpotenziale auszuloten. Münkler äußert sich dennoch weitgehend positiv über das Buch und findet vor allem die Skizzierung möglicher kommender Konflikte innovativ und interessant. Die Autoren, so sagt er, sehen vor allem politische und ökonomische Konfliktlagen: Klimawandel, Ressourcenknappheit, technologische Gefälle zwischen Arm und Reich scheinen für sie den meisten Konfliktstoff zu bergen. Am Rande notiert Münkler, dass der Islamismus - der in den letzten Jahren doch in durchaus explosive Szenarien eingebunden war - von den Autoren dagegen nicht in Betracht gezogen wird, außer indirekt in einem Szenario, das so funktioniert: Es grassiert eine Seuche à la Vogelgrippe, nur diesmal wirklich gefährlich. Die Israelis entwickeln einen Impfstoff, den sie aber nicht schnell genug an die Weltbevölkerung verteilen können. Daraufhin setzen arabisch-muslimische Massen zum Sturm auf Israel an. Münkler scheint das ganz einleuchtend zu finden.