Ein europäisches Führungstrio, bestehend aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien, ruft bei den EU-Partnern traditionell Ängste vor einer Dominanz der "Großen" über die "Kleinen" hervor. Ohne eine enge Zusammenarbeit der "big three" und die Bildung eines faktischen "directoire europeenne" bliebe Europa angesichts vielfältiger Herausforderungen aber führungslos und handlungsunfähig. Der Band untersucht den Umgang mit diesem Dilemma anhand sicherheitspolitischer Herausforderungen in den 90er Jahren. Den Ausgang hierfür bilden die außen- und sicherheitspolitischen Traditionen der drei Staaten und ihre Erfahrungen mit der wechselseitigen bilateralen und trilateralen Kooperation, insbesondere die Anstrengungen der Europäer zur Erlangung eigenständiger sicherheitspolitischer Handlungsfähigkeit und die Versuche, die Konflikte im ehemaligen Jugoslawien in den Griff zu bekommen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.02.2006
Pflicht bestanden, aber die Kür leide unter einem "Schönheitsfehler", benotet Rezensent Gregor Schöllgen. Der Autor leiste eine "detallierte, informative Rekonstruktion" der europäischen Sicherheitspolitik der neunziger Jahre. Dabei greife er eingestandenermaßen auf eine breite Literatur zum gut erforschten und "aufgearbeiteten" Jugoslawien-Konflikt zurück. Allerdings, und hier sieht der Rezensent den Schönheitsfehler der "engbedruckten" Studie, habe Hilz die Literatur nur bis ins Jahr 2000 ausgewertet, und so falle seine Antwort auf die entscheidende Frage nach den Konsequenzen aus der europäischen Handlungsunfähigkeit vor allem im Falle Bosnien-Herzogovinas notwendig mager aus: "...Bemühen, aus den Fehlern zu lernen, ist erkennbar". Tatsächlich, so der Rezensent, habe der zwar gescheiterte Brüsseler Gipfel im Dezember 2003 doch immerhin die erste Sicherheitsstrategie der EU angenommen. Und wenn der Autor "keine Anzeichen für substanzielle Veränderungen" sehe, verweist der Rezensent auf den von der Nato unabhängigen Einsatz der Eufor-Truppe in Bosnien-Herzogowina.
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