Es ist Krisenzeit: In Europa herrscht Krieg. 1000 Kilometer von Berlin entfernt schlagen Bomben ein, und Millionen von Menschen aus der Ukraine sind auf der Flucht. Unsere Sicherheits- und Verteidigungspolitik, unsere Energiepolitik und unsere wirtschaftlichen Abhängigkeiten von autokratischen Regimen stehen auf dem Prüfstand, unsere Demokratie ist unter Druck. Obwohl Europa gegenüber Russland geeint auftritt, bröckelt der innere Zusammenhalt. Daniela Schwarzer zeigt, wie wir von Getriebenen wieder zu Gestaltenden werden. Denn wenn wir unsere Zukunft nicht entschieden in die Hand nehmen, werden andere es tun - in ihrem eigenen und nicht in unserem Interesse.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.10.2023
Zwei Bücher, die der Debatte von Deutschland als kränkelndem Staat ein "Mittel gegen solch modische Diffamierungssucht" entgegensetzen, liest Kritiker Cord Aschenbrenner. Daniela Schwarzer benennt zwar auch Krisensymptomatiken, schafft mit ihrem Buch aber eine fundierte Diskussionsgrundlage, hält er fest, sie widmet sich dabei vor allem der schwierigen außenpolitischen Situation, deren Probleme sich durch den Angriffskrieg auf die Ukraine noch einmal entschieden verschärft haben. Sie benennt dabei klar die Fehler, Russland in der Hoffnung auf billiges Gas zu lange gewährt haben zu lassen, ist dabei aber trotzdem fair zu den Entscheidungsträgern, bemerkt der Rezensent anerkennend. Das ist genauso solide recherchiert und begründet wie die am Ende auftauchende Zuversicht, dass Deutschland und die EU grundsätzlich in der Lage sind, politische Herausforderungen zu bewältigen, wird geschlossen.
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