Die Filmfestivals von Leipzig und Oberhausen zählen zu den renommiertesten Filmfestivals weltweit. Beide Filmwochen wurden Mitte der 1950er Jahre gegründet und entwickelten sich schnell zu zentralen Kulturveranstaltungen in der Bundesrepublik bzw. in der DDR. Andreas Kötzing untersucht am Beispiel der Westdeutschen Kurzfilmtage und der Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche, wie sich der Ost-West-Konflikt auf die deutsch-deutsche Kultur- und Filmpolitik auswirkte. Verflechtungen sowie Anknüpfungs- und Abgrenzungspunkte zwischen beiden deutschen Staaten stehen dabei besonders im Mittelpunkt. Unter welchen Umständen konnten sich ost- und westdeutsche Filmemacher an den Festivals beteiligen? Welche Filme wurden gezeigt und welche Konflikte riefen sie hervor? Welchen kulturpolitischen Einfluss übten die Festivals aus? Welche persönlichen Kontakte ergaben sich im Rahmen der Filmwochen?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.09.2013
Interessiert schmökert Hans-Jörg Rother im Buch des Historikers Andreas Kötzing, der hier die Filmfestivals Oberhausen und Leipzig zum Vergleich bringt. Und zwar im Hinblick auf ihre Entstehung und Entwicklung vor dem Hintergrund des Kalten Krieges und der im anvisierten Kontext ausgetragenen politischen Auseinandersetzungen, von den Anfängen bis ins Jahr 1972, in einzelnen Schlaglichtern, wie Rother erfreut feststellt, auch darüber hinaus. Umfang und Horizont machen den Rezensenten staunen und das Quellenstudium des Autors und die von ihm zusammengetragenen Zeitzeugenberichte nicht weniger. Dass Kötzing zudem cinephil ist und die politisch relevanten Filme kennt, versteht sich beinahe von selbst, ist dem Rezensenten aber auch eine lobende Erwähnung wert.
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