Alexander Nützenadel (Hg.)

Das Reichsarbeitsministerium im Nationalsozialismus

Verwaltung - Politik - Verbrechen
Cover: Das Reichsarbeitsministerium im Nationalsozialismus
Wallstein Verlag, Göttingen 2017
ISBN 9783835330023
Gebunden, 592 Seiten, 34,90 EUR

Klappentext

Die Arbeits- und Sozialpolitik spielte für das ideologische Selbstverständnis der NSDAP als Arbeiterpartei eine zentrale Rolle. Welche Stellung das Reichsarbeitsministerium im Kontext der NS-Herrschaft einnahm, wird seit 2013 im Rahmen eines Forschungsprojekts des Bundesarbeitsministeriums von einer unabhängigen Historikerkommission untersucht. Im ersten Band der Veröffentlichungen der Kommission werden die Forschungsergebnisse umfassend präsentiert. In den Blick genommen werden neben Behördenstruktur und Personal die Handlungsfelder des Ministeriums, die von der Arbeitsmarkt- und Tarifpolitik über das Sozialversicherungswesen bis zur Wohnungsbau- und Siedlungspolitik reichten. Zugleich wird die Rolle des Ministeriums im Rahmen der Kriegswirtschaft und in den besetzten Gebieten Europas zwischen 1939 und 1945 beleuchtet. Deutlich wird, dass die klassischen Verwaltungsapparate weitaus stärker in das NS-Regime und seine Verbrechen eingebunden waren als lange Zeit vermutet wurde.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.07.2017

Michael Mayer zweifelt nicht daran, dass das Reichsarbeitsministerium jede Menge Material für Tiefenbohrungen zur mörderischen Effizienz des Nationalsozialismus liefert. Umso bedauerlicher für ihn, dass der von Alexander Nützenadel herausgegebene Sammelband mit Beiträgen zu institutionellen Fragen des Ministeriums, seinen politischen Handlungsfeldern und seinen Kontinuitäten nach 1945 ausgerechnet beim Thema NS-Gewaltpolitik schwächelt. Auch wenn Mayer Interessantes, auf intensiver Quellenarbeit Beruhendes über Wohnungsbau, Arbeitsrecht und Rentenversicherungen liest, mit der Erkenntnis, dass das Arbeitsministerium Teil des NS-Staates war, käut ihm der Band nur den längst bekannten Wissensstand wider und versäumt es, Einzelfälle aus der Verwaltung zu untersuchen, erklärt er.
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