Seit dem Historikerstreit Mitte der achtziger Jahre hat nichts eine breitere geschichts- politische Debatte ausgelöst als das Buch "Das Amt und die Vergangenheit: Deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik". Daniel Koerfer gehörte früh zu den vehementen Kritikern der auf die Perspektive der Mitwirkung, beziehungsweise "Täterschaft" des Auswärtigen Amtes an der Judenvernichtung konzentrierten Darstellung. Minutiös hat er die dramatische Entstehungsgeschichte der Kommission recherchiert, sich mit den Dokumenten beschäftigt und erstaunliche Funde zutage gefördert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.12.2013
Den Autor kennt Andreas Rödder als Skeptiker gegenüber der Historikerkommission, die 2010 die Rolle des Auswärtigen Amts im "Dritten Reich" zu beurteilen hatte. Dass die nun vorliegende Arbeit von Daniel Koerfer entsprechend polemisch, kritisch und nicht zurückhaltend daherkommt, überrascht den Rezensenten eher nicht. Koerfers Buch ist für ihn vieles: Geschichte der Historikerkommission, Gegendarstellung zum Bericht sowie Aufarbeitung der Debatte. Dass zum Kenntnisreichtum des Zeithistorikers Koerfler in diesem Buch Provokation und auch mancher Fehler hinzukommt (etwa in Form der These, es habe sich bei dem Bericht der Historikerkommission um eine "damnatio memoriae" gehandelt), ändert für Rödder nichts am Verdienst des Autors, hier grundsätzliche Fragen zur Debatte zu stellen.
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