Rolf-Dieter Müller

Reinhard Gehlen. Geheimdienstchef im Hintergrund der Bonner Republik

Die Biografie Band 7.1: 1902-1950 / Band 7.2: 1950-1979
Cover: Reinhard Gehlen. Geheimdienstchef im Hintergrund der Bonner Republik
Ch. Links Verlag, Berlin 2017
ISBN 9783861539667
Gebunden, 1376 Seiten, 98,00 EUR

Klappentext

Reinhard Gehlen war eine der umstrittensten politischen Gestalten der Bonner Republik. Einst als Chef der Abteilung Fremde Heere Ost mitverantwortlich für Hitlers Krieg gegen die Sowjetunion, baute er nach 1945 unter Anleitung der US Army mit ehemaligen Generalstabsoffizieren der Wehrmacht einen westdeutschen Geheimdienst auf. Die Organisation Gehlen wurde 1956 zum Bundesnachrichtendienst (BND), der bis 1968 unter Gehlens Leitung stand. Auf der Grundlage erstmals zugänglicher BND-Akten und vieler weiterer Quellen hat Rolf-Dieter Müller die Biografie Reinhard Gehlens rekonstruiert und zeigt die Bandbreite seines Handelns und seiner persönlichen Verantwortung. Zwei Bände im Schuber - Band 7 der Veröffentlichungen der Unabhängigen Historikerkommission zur Erforschung der Geschichte des Bundesnachrichtendienstes 1945-1968.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.12.2017

Reinhard Gehlen, der "Geheimdienstchef im Hintergrund der Bonner Republik", wie der Untertitel des Buchs von Rolf-Dieter Müller lautet, ist als Spion und Mitbegründer des BND eine Persönlichkeit, die sich der historischen Aufarbeitung insbesondere im Persönlichen entzieht, meint Rezensent Tanjev Schultz. Müllers Versuch, dies in seiner umfassenden und minutiös recherchierten Biografie aufzufangen, gelingt nur teilweise, so der Rezensent: stellenweise zu ausschweifend und dann wieder nicht hell genug beleuchtet sieht er hier den Menschen Gehlen. Doch auch die politische Gestalt des BND-Chefs bietet allemal genügend Stoff, so Schultz, die gut dreihundert Seiten mit Leichtigkeit zu füllen. Vom wenig überzeugten Wehrmachtssoldaten, der vor allem an der eigenen Karriere interessiert war, über frühe Kontakte zum CIA bis zur legendären Rüge des Kanzlers Adenauers im Zusammenhang mit der Spiegel-Affäre, arbeitet Müller heraus, dass Gehlens Talent nicht zuletzt auch das Hochstapeln war, lobt der Rezensent, dem nur gelegentlich der rote Faden fehlt.
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