Alastair Bonnett

Die seltsamsten Orte der Welt

Geheime Städte, Wilde Plätze, Verlorene Räume, Vergessene Inseln
Cover: Die seltsamsten Orte der Welt
C. H. Beck Verlag, München 2015
ISBN 9783406674921
Gebunden, 296 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Andreas Wirthensohn. Spätestens seit Google Earth ist die Welt bis in den letzten Winkel erforscht und vermessen. Es gibt keine unbekannten Orte mehr, keine unberührten Eilande, nichts mehr zu entdecken - oder etwa doch? Alastair Bonnett stellt in diesem Buch faszinierende und außergewöhnliche Orte vor, die unsere Vorstellungen von der Welt gehörig durcheinanderbringen. Sie tauchen auf und unter, wie die Inseln im Gangesdelta, verschwinden von Satellitenbildern, wie Sandy Island vor der australischen Küste, oder verstecken sich unter Gebüsch und Gestrüpp, das alle Spuren überwuchert, wie auf der britischen Halbinsel Arne. Unterhaltsam und leichtfüßig werden Orte wie Bir Tawil in Ostafrika beschrieben, die partout keine Nation haben will, oder Orte, die scheinbar zu zwei Nationalstaaten gleichzeitig gehören. Berichtet wird von versteckten Labyrinthen, unterirdischen, verlassenen oder überbauten Städten ebenso wie von ihrer historischen Entwicklung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 09.02.2016

Sylvia Staude gefällt am Buch des Sozialgeographen Alastair Bonnett am meisten, dass er Appelle für eine bessere Stadt- und Landschaftsplanung einfließen lässt. Die nämlich könnten uns bewahren vor Seltsamkeiten, wie den Geisterstädten und Niemandsländern, die der Autor zusammengetragen hat. Plätze, Siedlungen, unterirdische Städte und Müllhalden - Bonnett bietet eine "erstaunliche" Mischung, befindet Staude, auch wenn sie dann enttäuscht feststellen muss, dass der Autor vor allem mit Hilfe von Google und Co. unterwegs war. Einordnung, Bewertung, Klassifizierung durch den Autor führen dann auch kaum zu größeren Ekenntnissen, meint sie.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 21.01.2016

Kann man heute noch romantisch reisen? Diese Frage stellt sich Ursula März anlässlich einiger neuer Reisebücher. Es sind nicht die hinlänglich bekannten skurrilen Sehenswürdigkeiten, die Alastair Bonnett in seinem Buch "Die seltsamsten Orte der Welt" interessieren, verrät die Rezensentin, es sind eher unbekannte Geisterorte wie Bir Tawil, eine Felswüste zwischen dem Sudan und Ägypten, oder Selenogorsk, eine verlassenes Museum des kalten Krieges, oder das so schicke wie unbewohnte Propaganda-Städtchen Kijong-Dong, das Nordkorea in Sichtweite des Südens errichtet hat, um Eindruck zu schinden und zum Überlaufen anzuspornen, erzählt die Rezensentin. Bonnetts "Versenkung" in einen Ort scheint ihr dem romantischen Reisen einigermaßen nahe zu kommen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 24.10.2015

Der Titel verspricht ein banales Sammelsurium von Skurrilitäten, doch weit gefehlt, versichert uns Klaus Hillenbrand: Das Buch des Sozialgeografen sei "nämlich richtig gut". Darin geht es um "Irrtümer der Menschheitsgeschichte", klärt uns der Rezensent auf, die mal schlimme Folgen haben - wie etwa der sich sammelnde Plastikmüll im Pazifik - und mal auch einfach nur kurios sind. Dass der Autor wissenschaftliche Klarheit mit einem sympathischen Plauderton verbindet, trägt zudem zum positiven Gesamteindruck des Kritikers bei.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 29.08.2015

Ein wenig oberflächlich findet Marc Reichwein die Betrachtung geografischer Absonderlichkeiten in Alastair Bonnetts "Die seltsamsten Orte der Welt". In der Zusammenstellung von 47 Exklaven, Enklaven und anderweitig besonderen Gegenden sieht der Kritiker eine "Orte-Freakshow", die ihn vom Ansatz an "Schotts Sammelsurium" erinnert. Möchtegernstaaten würden darin genauso ihren Platz finden wie der britische "Dogging"-Ort Hog's Back, an dem sich Fremde zum Sex in der freien Natur treffen. Trotz fehlenden Tiefgangs attestiert Reichwein dem katalogisierenden Buch letztlich doch genug Potenzial zur Kurzweil, "um den guten alten Erdkäse in partytaugliche Käsehäppchen zu verwandeln".
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