Mit Illustrationen von Lukas Wossagk. Alles vermessen, entdeckt, bekannt - gibt es in Deutschland überhaupt noch Plätze zum Staunen und Wundern? Die Geographin und Journalistin Pia Volk hat sich zwischen Wattenmeer und Allgäu, zwischen dem Frankfurter Mainufer und dem Sorbenland umgesehen und ist dabei auf lauter seltsame und seltsamste Orte gestoßen: eine Eiche mit eigener Adresse, ein fortgespültes Atlantis in der Nordsee, ein Kronleuchter in der Kölner Kanalisation, die letzte noch erhaltene Grenzschleuse für sowjetzonale Agenten. Pia Volk ist einen Pfad entlanggewandert, der über das Gelände eines Atomkraftwerks führt, und hat einen Truppenübungsplatz durchquert auf dem Weg zu mächtigen Gräbern, von denen niemand weiß, wie sie gebaut wurden. Sie ist über eine mit Hohlräumen durchsetzte Felslandschaft gesprungen, in der alles Wasser verschwindet, und hat sich erklären lassen, wie man von einem Kirchturm auf das wohl gigantischste Ereignis der deutschen Erdgeschichte schließen kann. Sie hat sich sorbische Märchen angehört, saterfriesische Sprichwörter und Töne, die Jahre anhalten. Über all diese bizarren Landschaften, exzentrischen Welten und obskuren Objekte berichtet sie. Sie führt zu geographischen und historischen Kuriositäten und lehrt uns, das eigene Land mit neuen Augen zu sehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.05.2021
Rezensentin Julia Bähr lässt sich von Pia Volk zu den schrägsten Orten im Land führen, zum übelriechendsten Konzertsaal etwa oder zu den vielen Wasserpumpen im Ruhrgebiet. Für Bähr nicht selten überraschend und dazu angenehm lakonisch gefasst. Was die Rezensentin ebenfalls verblüfft, aber weniger gut gefällt: Das Buch enthält tatsächlich kein Ortsverzeichnis, auch keine Karte! Und ein Lektorat hat es offenbar leider auch nicht gesehen, kritisiert Bähr.
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