Herausgegeben von Ernst Ziegler. Mit 11 Abbildungen. Die Pandectae sind Schopenhauers philosophisches Tagebuch aus den Jahren 1832 bis 1837. In diesem "Gedankenbuch" hielt der Philosoph all das fest, was er später systematisch verarbeiten wollte. Insofern trifft die Übersetzung "Allumfassendes" durchaus zu, ebenso aber auch die Bedeutung "Sammlung". "Mancher Aufsatz in diesen Büchern ist eine bloße Vorübung zu einem viel späteren, durch den er dann allen unmittelbaren Werth verliert, der aber ohne ihn nicht so gediehen wäre" - so urteilte Schopenhauer selbst in den Pandectae über seine Manuskriptbücher. Er schrieb dort nicht nur Gedanken nieder, sondern auch Auszüge, Inhaltsangaben, Stellenhinweise aus verschiedenen Werken, Entwürfe zu Vorreden und teilweise bissige Kritiken. Die in diesen Foliobänden festgehaltenen Gedanken bilden so gleichsam das Skelett zu Schopenhauers System. Die vollständige Wiedergabe der in der Staatsbibliothek zu Berlin verwahrten Manuskriptbücher wird begleitet von einem umfassenden Apparat, der dieses Gedankengebäude über Anmerkungen, ein editorisches Nachwort sowie ausführliche Inhalts- und Personenregister erschließt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.07.2016
Helmut Mayer lobt die Ausgabe von Arthur Schopenhauers Nachlassschriften durch Ernst Ziegler für ihre editorische Soilidität bei gleichzeitiger Lesbarkeit. Mayer erlebt Schopenhauer als Leser und Entwerfer seiner großen Arbeiten. Texte über das Geistersehen, animalischen Magnetismus, das Zeitempfinden im Alter, Pantheismus, Schrift und Rede, Schelling & Co., Vorarbeiten zur "Welt als Wille und Vorstellung" liest Mayer komfortabel mit Hilfe der kleinteiligen Inhaltsübersicht. Es geht um Gott und die Welt in diesen Bänden, meint der Rezensent beglückt.
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