Blaise Pascal

Blaise Pascal wurde 1623 zu Clermont-Ferrand geboren, er starb 1662 in Paris. Von frühreifer Begabung, entwickelte er 1640 in einer Abhandlung über die Kegelschnitte ("Essai sur les coniques") den pascalschen Satz. Ein umfangreiches Werk zur Kegelschnittlehre ist nur durch G.W. Leibniz' Bericht darüber (1676) bekannt. Seit 1641 arbeitete Pascal an der Konstruktion einer Rechenmaschine, 1647 entdeckte er das Gesetz der kommunizierenden Röhren und wies die Abnahme des Luftdrucks mit steigender Höhe durch Höhenmessung mit dem Barometer am Puy-de-Dome nach ("Traite du vide", entstanden 1651). Weitere Arbeiten beschäftigten sich mit den Eigenschaften der Zykloide, mit der Kombinatorik ("Traite du triangle arithmetique", gedruckt 1654) und der Wahrscheinlichkeitstheorie (Korrespondenz mit P. de Fermat und C.Huygens). Pascal verwendete das Beweisverfahren der vollständigen Induktion, das er auch beschrieb und kommentierte, und lieferte Leibniz in Form des »charakteristischen Dreiecks« (das Pascal im Zusammenhang mit dem Kreis entwickelte: "Traite des sinus") einen wichtigen Anstoß zur Differenzial- und Integralrechnung.
Seit 1649 führte Pascal in Paris und Rouen ein weltmännisches Leben. Eine Wende brachte die mystische Erleuchtung von 1654. Pascal zog sich in das Kloster Port Royal einen Mittelpunkt des Jansenismus, den er schon 1646 kennen gelernt hatte, zurück. Neben weiteren mathematischen Arbeiten widmete er sich theologischen Studien und religiösen Meditationen. Aus dem Verkehr mit den Jansenisten gingen 1656/57 seine "Lettres a un Provincial" hervor. Sie griffen in den Streit zwischen der Kurie und den Jansenisten ein und eröffneten die Polemik gegen die Jesuiten. Diese in fiktiver Briefform abgefasste Streitschrift ließ die religiösen Grundfragen in klarer Form hervortreten und machte sie dem gebildeten Publikum zugänglich. In ihrer alle Mittel der Ironie, des Hohns und des Scharfsinns beherrschenden schriftstellerischen Kunst ist die Schrift ein Höhepunkt der klassischen Prosa Frankreichs. Wegen einer Krankheit konnte Pascal eine seit etwa 1654 geplante Schrift zur Verteidigung des Christentums nur noch bruchstückhaft ausführen. Die Fragmente wurden erstmals 1670 unter dem Titel "Pensees sur la religion" (stark entstellt) veröffentlicht. Erst die Ausgabe von L. Brunschvicg (1904) bot einen verhältnismäßig zuverlässigen Text. (Brockhaus)

Blaise Pascal: Pensées / Gedanken. Ediert und kommentiert von Philippe Sellier

Cover: Blaise Pascal. Pensées / Gedanken - Ediert und kommentiert von Philippe Sellier. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, 2016.
Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2016
Herausgegeben von Philippe Sellier. Aus dem Französischen und mit einer Konkordanz von Sylvia Schiewe. In der neuen, am aktuellen Standardtext des französischen Originals orientierten deutschsprachigen…

Blaise Pascal: Blaise Pascal: Briefe I. Die private Korrespondenz

Cover: Blaise Pascal. Blaise Pascal: Briefe I - Die private Korrespondenz. Matthes und Seitz Berlin, Berlin, 2015.
Matthes und Seitz Berlin, Berlin 2015
Aus dem Französischen von Ulrich Kunzmann. Der erste Band einer vierbändigen Ausgabe aller Briefe des Mathematikers, Physikers und Philosophen Blaise Pascal. Das Spektrum dieser Briefe reicht vom alltäglichen…

Blaise Pascal: Kleine Schriften zur Religion und Philosophie.

Cover: Blaise Pascal. Kleine Schriften zur Religion und Philosophie. Felix Meiner Verlag, Hamburg, 2006.
Felix Meiner Verlag, Hamburg 2006
Herausgegeben und kommentiert von Albert Raffelt. Aus dem Französischen von Ulrich Kunzmann. Das literarische Werk Blaise Pascals (1623-1662) zählt zu den großen Klassikern der französischen Literatur.…

Blaise Pascal: Gedanken über die Religion und einige andere Themen.

Cover: Blaise Pascal. Gedanken über die Religion und einige andere Themen. Zsolnay Verlag, Wien, 2004.
Zsolnay Verlag, Ditzingen 2004
Herausgegeben von Jean-Robert Armogathe. Aus dem Französischen von Ulrich Kunzmann. "Die Natur hat Vollkommenheiten, um zu zeigen, dass sie ein Abbild Gottes ist, und sie hat Mängel, um zu zeigen, dass…