Herausgegeben und kommentiert von Albert Raffelt. Aus dem Französischen von Ulrich Kunzmann. Das literarische Werk Blaise Pascals (1623-1662) zählt zu den großen Klassikern der französischen Literatur. Es umfasst neben den "Lettres provinciales" und den "Pensees" bedeutende kleinere Schriften zur Religion und Philosophie, die in dieser Ausgabe vollständig und zum Teil erstmalig in deutscher Übersetzung vorgelegt werden. Dazu gehören so wichtige Texte wie die Methodenschrift "Betrachtungen über die Geometrie im allgemeinen - Vom geometrischen Geist und Von der Kunst zu überzeugen", die wissenschaftstheoretischen Überlegungen der "Vorrede zu einer Abhandlung über die Leere" oder das packende, die Dialektik der "Pensees" vorwegnehmende "Gespräch mit Herrn de Sacy über Epiktet und Montaigne", das hier in der Übersetzung der neu entdeckten Originalversion vorliegt. Zu wenig beachtet worden sind bislang die religiösen Schriften, so zum Beispiel das "Gebet zu Gott um den rechten Gebrauch der Krankheiten" oder die umfangreichen, nicht abgeschlossenen "Schriften über die Gnade", die Pascals Ringen um die Problematik von Freiheit und Gnade dokumentieren. Beigegeben ist die Lebensbeschreibung durch seine Schwester Gilberte Perier, eine erstrangige historische Quelle, und im Anhang die "Abhandlung über die Leidenschaften der Liebe" - nicht von Pascal, aber ein Dokument früher Rezeption und gleichzeitig erstaunlicher Fehlurteile mancher Pascal-Forscher bis heute.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 07.12.2006
Otto Kallscheuer begrüßt diese Sammlung von kürzeren Schriften Blaise Pascals (1623-1662), die Albert Raffelt herausgegeben hat. Die Kommentierung der Texte scheint ihm "solide", wenn auch "lauwarm". Neben der "Vorrede zu einer Abhandlung über die Leere", die er als "unübertroffene Programmschrift für den wissenschaftlichen Fortschritt" würdigt, hebt er die theologischen Abhandlungen Pascals hervor. In diesem Zusammenhang bedauert er Raffelts Zurückhaltung bei der Kommentierung bei der Lehre von Gottes Gnade. Als Höhepunkt des Bandes würdigt er den neu edierten Dialog mit Monsier de Sacy, einem der jansenitischen Seelenführer, Priester und Bibelübersetzer, in dem Pascal, obwohl gerade bekehrt, den Nutzen der Philosophie verteidigt, ohne indes eine Synthese von Religion und Philosophie anstreben zu wollen. Die Aktualität des französischen Genies sieht Kallscheuer gerade in dieser Weigerung, die "epistemische Unruhe unsrer Moderne durch ontologische Rückversicherungen zu kompensieren."
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