Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 23.05.2013, 14.10 Uhr

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Bücherschau der Woche

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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

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Bücherschau des Tages - Archiv

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit. Täglich ab 14 Uhr.



Oktober 2008


Rationalistische Kälte

31.10.2008 Als resolute Verteidigung des Liberalismus begrüßt die NZZ Ulrike Ackermanns Essay "Eros der Freiheit". (hier eine Leseprobe). Die SZ freut sich, wie anrührend und komisch Stefan Merrill Block in seinem Debüt "Wie ich mich einmal in alles verliebte" über Alzheimer schreibt. Sehr überzeugend findet die FAZ, wie Jose Manuel Prietos in "Rex" Russland als postsozialistische Operettenmonarchie schildert. Die FR genießt "Peymann von A - Z". Mehr lesen

Subversiv-staatstragend

30.10.2008 Großartig und wunderbar wüst findet die Zeit Denis Johnsons Vietnamkriegsroman "Ein gerader Rauch". Die NZZ präsentiert das sonderbarste und ergreifendste Buch der Schweizer Literatur: Giovanni Orellis Roman "Walaceks Traum". Die SZ feiert Wilfried N'Sondes Migrantenroman "Das Herz der Leopardenkinder". Die FAZ kann Juri Andruchowytschs Erinnerungen "Geheimnis" empfehlen. Mehr lesen

Tote Ekelwelt

29.10.2008 Als neuen Georg Lukacs empfiehlt die FR George Soros und sein Buch "Das Ende der Finanzmärkte und deren Zukunft" als eine der aufregendsten Lektüren unserer Zeit. Die NZZ liest mit Bewunderung, aber auch mit Grauen Peter Longerichs Biografie "Heinrich Himmler". Die SZ feiert Johannes Gelichs Camus-Adaption "Der afrikanische Freund". Die taz begrüßt einen Band über "1968 in Jugoslawien". Mehr lesen

Mit den Mitteln der unverschämten Poesie

28.10.2008 Die NZZ ist begeistert von der hohen Beschreibungskunst, die Claude Simon in "Der blinde Orion" an den Tag legt. Die FR versucht die Bedeutung von Dietmar Daths "Abschaffung der Arten" abzuschätzen. Die SZ stellt politische Bücher für Kinder und Jugendliche vor, darunter Güner Yasemin Balcis "Arabboy". Mehr lesen

Klatschbuch mit Fußnoten

27.10.2008 Schlichtweg grandios findet die FAZ die mal aberwitzigen, mal bitterbösen Reportagen des Polen Mariusz Szczygiel aus dem tschechischen "Gottland". Dass es so schlecht um die deutsch-französischen Beziehungen bestellt ist, wie Peter Sloterdijk in seiner "Theorie der Nachkriegszeiten" behauptet, möchte sie nicht glauben. Die SZ folgt Enrique Sanchez Abulis zynischem Killer "Torpedo" durch das New York der dreißiger Jahre.. Mehr lesen

Ganz und gar undeutsch

25.10.2008 Gut ausgerüstet mit der Anthologie "Barocke Gärten der Literatur" erkundet die NZZ die spannungsvolle Synthese von Natur und Künstlichkeit. Die taz fühlt sich mit Nasr Hamid Abu Zaids und Hilal Sezgins Buch "Mohammed und die Zeichen Gottes" bestens gewappnet für eine Begegnung mit dem dogmatischen "Copy-and-Paste" Islam. Die FAZ lacht Tränen über Tilman Ramstedts Roman "Der Kaiser von China". Mehr lesen

Sinn fürs Sentiment

24.10.2008 Als finstere Erzählung über Gier, Gewalt und Wahn genießt die SZ Massimo Carlottos Krimi "Die dunkle Unermesslichkeit des Todes". Die FAZ entdeckt Romain Garys Autobiografie "Frühes Versprechen" wieder. Auch Holm Friebes und Thomas Ramges partisanischer Wirtschaftstheorie "Marke Eigenbau" kann sie viel abgewinnen. Als Buch für alle lobt die FR Michael Pauens und Gerhard Roths Band "Freiheit, Schuld und Verantwortung". Mehr lesen

Schmale Grotesk schwer

23.10.2008 Die FAZ erzählt die Geschichte des polnischen Autors Miroslaw Nahacz, seiner fatalen Vorliebe für Joy Division und seines Romans "Bombel". Die SZ ist hingerissen von dem hellen, knappen Sarkasmus in Aravind Adigas Roman "Der weiße Tiger" (hier eine Leseprobe). Geradezu atemlos lässt Jean-Francois Vilars Krimi "Die Verschwundenen" die Zeit zurück, die außerdem die revolutionäre Frankfurter Hölderlin-Ausgabe preist. Mehr lesen

Betonkopf mit Scheuklappen

22.10.2008 Die FAZ lernt in Barbara Bronnens Roman "Liebe bis in den Tod", wie fatal Güte sein kann. Die NZZ freut sich sehr über den ukrainischen Lyrikband "Der Klang von Sonnenklarinetten". Auch die neuübersetzten Gedichte des Aussteigers Robinson Jeffers "Die Zeit, die da kommt" kann sie empfehlen. Mit Interesse liest sie auch Jon Savages Geschichte der Jugend "Teenage". Die SZ liest Briefe von Anna Seghers.  Mehr lesen

So viel sie will

21.10.2008 Ein Meisterwerk der europäischen Erzählkunst weiß die NZZ anzupreisen:  Peer Hultbergs Roman "Die Stadt und die Welt", der die Biografien von immerhin 300 Bewohnern der dänischen Stadt Viborg erzählt. Die FR kann gar nicht genug von Annett Gröschner über Berlin lesen und empfiehlt sehr ihr neues Buch "Parzelle Paradies". Die FAZ ist sehr beeindruckt von Najem Walis Roman "Jussifs Gesichter". Mehr lesen

Wer sucht, wird gefunden

20.10.2008 Ausgesprochen mulmig wurde es der FAZ bei Lektüre von Lars Reppesgaards Krakenstudie "Das Google-Imperium". Von Tom Karasek hat sie gelernt, wie sich mit der Generation Golf ein kultureller Neokonservatismus profilierte. Die SZ ist begeistert, wie Enzo Traverso in seinem Buch "Im Bann der Gewalt" den Antifaschismus rehabilitiert. Mehr lesen

Berliner Hüzün

18.10.2008 Geradezu ergriffen ist die SZ von Sabahattin Alis deutsch-türkischem Liebesdrama "Die Madonna im Pelzmantel". Die FAZ stellt die brasilianischen Buddenbrooks vor: eine Jute-Dynastie im Manaus. Betonen möchte sie, dass Philippe Claudels Geschichten "Der Junge, der in den Büchern verschwand", nicht rührselig sind. Die FR ist sehr beeindruckt von Slavenka Drakulics Essay "Leben spenden" über den Willen, Gutes zu tun. Mehr lesen

Geräuscherzeugen zu sozialen Zwecken

17.10.2008 "Mehr kann man in einem Buch nicht lesen": Fasziniert und voller Bewunderung folgt die SZ Richard Dawkins durch sein Mammutwerk zum "Ursprung des Lebens". Auch Jürgen Neffes Biografie "Darwin" kann sie sehr empfehlen. Die FAZ liest Marica Bodrozics Gedichte "Lichtorgeln". Die FR versinkt in Sabahattin Alis Roman "Die Madonna im Pelzmantel". Mehr lesen

Mondstaub-Prosa

16.10.2008 Völlig in den Bann geschlagen ist die Zeit von Murathan Mungans Roman "Tschador", seiner Wucht und atemlosen Verlorenheit. Die Wucht einer Offenbarung haben ihr die Gedichte "Namen der Sehnsucht" von Nazim Hikmet beschert. Die FR begeistert sich für Elif Shafaks Großstadtsinfonie "Der Bonbonpalast" (hier eine Lesepreobe) und kann auch Christopher Clarks Biografie "Wilhelm II." sehr empfehlen. Hingerissen folgt die FAZ Peter Orner in die Wüste Namib und durch seinen Roman "Die Wiederkehr der Mavala Shikongo". Mehr lesen

Lebensroman in Fragmenten

15.10.2008 Die NZZ verfällt dem Spiegelspiel und der Lebensweisheit von Bruno Steigers Aufzeichnungen "Fenster in der Luft". Die SZ spürt in Joachim Fests Essays "Flüchtige Größe" die Sympathie des Konservativen für das Halbseidene. Die FAZ studiert Niklas Luhmanns Brevier über die "Liebe". Für die heute erschienenen Literaturbeilagen der FAZ und der taz werden wir noch einige Tage brauchen. Mehr lesen

Es riecht nach Arbeit

14.10.2008 Großes Lob vergibt die FAZ an Klaus Kreisers Biografie des türkischen Republikgründers und Kulturrevolutionärs Atatürk. Die NZZ bestaunt die Kunstfertigkeit von Volker Brauns "Machwerk" und findet Christian Hallers Dreiecksgeschichte "Im Park" sehr überzeugend. Die heutigen Literaturbeilagen von FR und SZ werden wir in den nächsten Tagen auswerten. Mehr lesen

Liebe im freien Fall

13.10.2008 Für ein Ereignis und dazu sehr amüsant hält die FAZ das Buch "Majakowskis letzte Liebe", in dem Francine du Plessix Gray über die letzte Affäre des Revolutionsdichters mit ihrer Mutter schreibt. Ein neues Bild der Mafia verdankt sie Petra Reski und ihren Erzählungen von "Paten, Pizzerien und falschen Priestern". Die SZ vergibt höchstes Lob an Diarmaid MacCulloch gewaltigen Band "Die Reformation 1490-1700". Mehr lesen

Nachgeholter Vatermord

11.10.2008 Die FAZ fühlt sich mies bei der Lektüre des Briefwechsels zwischen Wolfgang Koeppen und seiner Frau Marion - als gucke sie durchs Schlüsselloch. Die NZZ ist total erschlagen von Uwe Tellkamps DDR-Endzeitroman "Der Turm". Die taz erwartet, dass Corry Guttstadts Buch über "Die Türkei, die Juden und den Holocaust" einige Diskussionen auslösen wird. Dankbar verschlingt sie auch Robert Starks Thriller "Fragen Sie den Papagei".
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Keineswegs ein Sakrileg

10.10.2008 Hellauf begeistert ist die SZ vom knalligen Furor in Urs Allemanns Gedichten "im kinde schwirren die ahnen", geradezu verzaubert von seinem Baseldütsch. Als furios hingeworfenen Roman fängt sie auch Johannes Frieds Geschichte "Das Mittelalter" auf. Die FR versinkt in Ahmet Hamdi Tanpinars Roman "Das Uhrenstellinstitut". Die FAZ liest Leonardo Paduras Roman aus dem rumseligen Havanna "Der Nebel von gestern".
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Fundstücke vom Wegesrand

09.10.2008 Tief beeindruckt ist die FAZ von Susan Chois Roman "Reue", der kraftvoll und feinfühlig zugleich eine Geschichte von Verbrechen und Strafe erzählt. Die NZZ folgt Jonas Bengtsson gefesselt durch den Roman "Aminas Briefe" und in Dänemarks Parallelgesellschaften. Loben kann sie auch Yasar Kemals Roman "Die Hähne des Morgenrots". Die FR wandert mit Kerstin Ekman durch die Literaturgeschichte des Waldes. Mehr lesen

Freundliche Aversionen

08.10.2008 Spannende Bücher heute: Die NZZ begibt sich mit Karl Schlögels "Terror und Traum" in das Moskau des verfluchten Jahres 1937. Die FAZ empfiehlt als sehr erkenntnisfördernd Gerd Koenens Buch über Che Guevara "Traumpfade der Weltrevolution". Die SZ liest eine brillant komponierte Geschichte der Sklaverei "Schwarzes Amerika". Mehr lesen

Das Tragische dingfest machen

07.10.2008 Geradezu glücklich macht Dieter E. Zimmer die SZ mit seinem Buch über Nabokov "Wirbelsturm Lolita". Die NZZ ist fasziniert von Ramiro Pinillas Roman aus dem Spanischen Bürgerkrieg "Der Feigenbaum". Die FR lobt Nazim Hikmets großen Roman "Die Romantiker". Viel dicke Hose bekommt die taz in Bushidos Autobiografie zu spüren. Mehr lesen

Ambivalenz des Verlangens

06.10.2008 Die FAZ scheitert freudig mit Leonard Cohens "Buch der Sehnsüchte" an zenbuddhistischer Affektbeherrschung. Ratlos bereichert fühlt sich die SZ von Andrzej Stasiuks Reiseskizzen "Fado". Auch Christian Schmidts Reisebericht aus China "Allein unter 1,3 Milliarden" kann sie empfehlen.
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Der wilde Zwilling der braven Liebe

04.10.2008 Die SZ setzt mit Simon Blackburn gegen den Neopuritanismus und auf die schöne Todsünde der "Wollust". Die NZZ bewundert Denis Johnsons großen Roman über den Vietnamkrieg "Ein gerader Rauch". Die taz liest Elif Shafaks Istanbul-Roman "Der Bonbonpalast" (Leseprobe). Die FAZ begeistert sich für Klaus Modicks historisch tiefenscharfen Roman "Die Schatten der Ideen" und entdeckt August Lafontaines Roman "Quinctius Heymeran von Flaming" wieder. Mehr lesen

Viel geredet und getrunken

02.10.2008 Zwei ausgezeichnete Debütromane werden heute besprochen: Die NZZ beobachtet gebannt, wie eine 20-jährige schlagfertige und trinkfreudige Barkeeperin aus Manchester durch Gwendoline Rileys Roman "Cold Water" taumelt. Die FAZ hängt an den Lippen einer 17-jährigen Deutschrussin, die sich in Alina Bronskys Roman "Scherbenpark" (Leseprobe) mit schnoddrigem Stakkatoton einem Aussiedlerghetto behauptet. Weiter empfiehlt die FAZ ein Buch über die Linkspartei. Die SZ leidet mit verwirrten Vätern. Mehr lesen

Herzkasperl im Kopf

01.10.2008 Höchstes Lob erfährt Peter Longerichs Himmler-Biografie in der Zeit: ein Meilenstein der Forschung. Harte Arbeit war die Lektüre von John C. G. Röhls letztem Band seiner Biografie Wilhelms II. für SZ und Zeit. Ein Standardwerk sei es aber in jedem Fall, versichern die erschöpften Rezensenten. Die FR rühmt die überwältigende literarische Qualität der serbischen Literatur im neuen Schreibheft. Die NZZ vertieft sich in das Liebesdrama "Meine total wahren und überhaupt nicht peinlichen Memoiren mit genau elfeinhalb". Mehr lesen

Archiv: Bücherschau

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Archiv: Kolumnen

Oh Herr, lass' Bryson regnen!

28.03.2007: "Lassen wir uns nicht einreden, Ibsen wäre altmodisch", wir entkommen ihm eh nicht. Arno Widmann liest Ibsens Dramen, eine Amerikafibel für erwachsene Deutsche von Margret Boveri, Per Olov Enquists Roman über die Pfingstbewegung, "Lewis Reise", Briefe von Peter Hacks, die Benediktusregeln, Foltergemälde von Fernando Botero und "Eine kurze Geschichte von fast allem" - Manna-Ersatz von Bill Bryson. Mehr lesen

Archiv: Empfehlungen

Dienstleistungswürfel

08.05.2013: William T. Vollmann setzt das Schostakowitsch-Prinzip in Literatur um. Alain Mabanckou führt uns ins Trois-Cents-Viertel Brazzavilles. Jochen Schmidt führt uns im Sommer 89 ins Ferienlager Schneckenmühle. David Gilmour sucht Italien, Kathrin Passig experimentiert mit neuen Technologien. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats Mai.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

William T. Vollmann: Europe Central

11.04.2013: Die verschiedenen Geschichten in "Europe Central" erzählen aus sowjetischer und deutscher Sicht vom 20. Jahrhundert, vom zweiten Weltkrieg und dem Leben von Künstlern (wie Schostakowitsch und Kollwitz) und Militärs (wie Wlassow und Paulus, dem Verlierer von Stalingrad). Lesen Sie hier einen Auszug aus dem historischen Roman des amerikanischen Schriftstellers William T. Vollmann. Mehr lesen

Gottfried Wagner: Du sollst keine anderen Götter haben neben mir

08.04.2013: Ein Familienbeitrag zum Wagner-Kult: Gottfried Wagner rechnet mit seinen Urgroßvater ab, nicht mit dem Werk, sondern mit der Person Richard Wagner, den er als Antisemiten, Frauenfeind und Lebensverächter beschreibt, der von Selbstvergötterung und Todessehnsucht getrieben war. Lesen Sie hier ein Kapitel aus Gottfried Wagners Streitschrift "Du sollst keine anderen Götter haben neben mir".
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Josef Winkler: Mutter und der Bleistift

25.03.2013: Der österrreichische Schriftsteller Josef Winkler ist auf Reisen, und die Literatur, die ihn begleitet, verknüpft sich mit Erinnerungen an seine verstorbene Mutter, die ihren eigenen Erinnerungen wiederum nur mit Schweigen begegnen konnte. "Mutter und der Bleistift" schildert Szenen aus ihrem Leben. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

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