Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 22.05.2013, 13.06 Uhr

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Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

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  • Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
  • Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
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Bücherschau des Tages - Archiv

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit. Täglich ab 14 Uhr.



Februar 2009


Leidenschaft für Superweibchen

28.02.2009 Die FAZ preist Juli Zehs Roman "Corpus Delicti", der vom Horror des Vorsorgestaats erzählt, und ihren Mut zur unironischen Zeitkritik. Sehr empfehlen kann sie auch Nicolas Dickners franco-kanadischen Roman "Nikolski" (hier eine Leseprobe) und Claus Kiefers absolut verständliches Buch zur "Quantenkosmologie". Die NZZ legt sich freudig in die Kurven von Amitav Ghoshs wendungsreichem Historienepos "Das mohnrote Meer". Und die SZ gräbt begeistert Hermann Burgers Roman "Schilten" wieder aus. Mehr lesen

Rivalin der Literatur

27.02.2009 Zwei Bücher führen die schaudernde SZ zurück auf die Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs: Das kollektive Tagebuch "Endzeit Europa" und der Fotoband "Flanders Fields". Die FAZ folgt aufmerksam Franziska Hoppes Augsburger Poetikvorlesungen "Sieben Schätze". Und die NZZ erhält mit Kiriko Nananans Comic "Liebe und andere Lügengeschichten" einen Eindruck vom beklemmenden Leben japanischer Teenager. Mehr lesen

Kaltblütiges Sprachregiment

26.02.2009 Schön und schrecklich, bewundernswert und nervtötend findet die Zeit, wie Sibylle Lewitscharoff in ihrem Roman "Apostoloff" Bulgarien heimsucht. Das Fürchten gelehrt hat sie Juli Zehs Gerichtstragödie in Prosa "Corpus Delicti". Die FR schaudert wohlig über Andrea Maria Schenkels neuem Krimi "Bunker". Die FAZ preist Karl Heinz Bittels menschenklugen Roman "Eine Art Verrat" über Thomas und Klaus Mann. Die SZ liest Gramscis Gefängnisbriefe. Mehr lesen

Echt Wiener Leichenbegängnisse

25.02.2009 Die SZ freut sich über die Wiederauflage von Juan Rulfos Klassiker des Magischen Realismus "Pedro Paramo". Von Hansjörg Küsters "Schöne Aussichten" lernt sie den Unterschied zwischen Natur und Landschaft. Die FAZ empfiehlt Susanne Schädlichs Erinnerungsbuch "Immer wieder Dezember". Und die NZZ bewundert die "Städte der Welt" in einer Prachtausgabe. Mehr lesen

Operation Ajax

24.02.2009 Als neues Standardwerk preist Wolfgang Kraushaar in der FR Stephen Kinzers Buch "Im Dienste des Schah", das minutiös protokolliert, wie CIA und MI6 im Iran die Regierung Mossadegh stürzten und den Schah an die Macht putschten. Die NZZ lässt sich von Guillermo Martinez' argentinischem Krimi "Der langsame Tod der Luciana B." fesseln. Und die FAZ liest noch einmal bei G.K. Chesterton nach, wie herrlich ätzend dieser den Sittenverfall beklagen konnte. Mehr lesen

Gottes langer Schatten

23.02.2009 Die FAZ entdeckt in Vincenzo Consolos "Palermo" nicht nur Schuld, Ohnmacht und Cosa Nostra, sondern auch feinsinnige Poesie. In Marie NDiaye erkennt sie die legitmie Erbin Franz Kafkas. Und schließlich lernt sie von Franz Böni, welch segensreiche Auswirkungen die Piraterie auf den freien Handel hatte. Die SZ empfiehlt eine Biografie des unerschütterlichen Nazi-Anklägers Fritz Bauer sowie Frederick Taylors Geschichte der Mauer. Mehr lesen

Dass die Alten ja nicht einfach im Nebel versinken

21.02.2009 Tilman Jens' Abschied von seinem demenzkranken Vater Walter Jens stößt auf höchst unterschiedliche Reaktionen: Was der SZ peinlich scheint, findet die FR gerade mutig. Mit großem Interesse besprechen FR und FAZ Thomas Klupps Roman "Paradiso". Die taz hofft, dass Matthias Frings dem Autor Ronald M. Schernikau durch seine Biografie zu einer Wiederentdeckung verhilft.
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Stilisierte Wahrhaftigkeit

20.02.2009 Die FR begeistert sich für Frankreichs eigenwilligste Autorin Marie NDiaye und ihren Roman "Mein Herz in der Enge". Sehr beeindruckt ist sie auch von Susanne Schädlichs Buch über den Stasi-Verrat ihres Onkels "Immer wieder Dezember". Die FAZ reiht Sandor Marai als Tagebuch-Autor neben Virginia Woolf ein. Und die SZ begibt sich mit Klaus-Jürgen Liedtke in "Die versunkene Welt" Ostpreußens.
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Poe hat hier falsch abgeschrieben

19.02.2009 Als monströses Buch der vollkommenen poetischen Freiheit empfiehlt die frohlockende Zeit Odile Caradecs Gedichte über den Tod "In schöner schwarzer Erde". Sehr beeindruckt ist sie auch von Jürgen Osterhammels Weltgeschichte des 19. Jahrhhunderts "Die Verwandlung der Welt". Die SZ preist die lyrische Fantasie in Istvan Vörös' Versroman "Heidegger als Postbeamter". Die FAZ erfreut sich an Gianni Celatis abenteuerlichen Geschichten aus dem Alltag der Italiener "Was für ein Leben!" Mehr lesen

Poetische Zufallsforschung

18.02.2009 Hingerissen ist die SZ vom Roman "Das Herz des Urpferds" des Dänen Peter Adolphsen, der in extremer Verdichtung die Naturgeschichte mit der Geschichte einer jungen Frau verbindet. Die FR hat sich bei Bodo Kirchhoffs "Erinnerungen an meinen Porsche" prächtig amüsiert. Die FAZ bespricht zwei Darwin-Bücher. Mehr lesen

Französische Kühle

17.02.2009 Die NZZ ist hingerissen von Aleksandar Hemons Roman "Lazarus" über den ostjüdischen Anarchisten Lazarus Averbuch und dessen bosnischen Nachfahren. Begeistert liest sie auch Bruno Latours Gespräche mit Michel Serres. Die FAZ freut sich, dass Adam Zagajewskis den hohen Stil und die Leidenschaft in der Poesie verteidigt. Und die SZ schwelgt in der handfesten Sinnlichkeit von Frantisek Listopads Gedichten "Jahrmarkt Böhmen". Mehr lesen

Poesie des Verlorenen

16.02.2009 Die SZ empfiehlt Marcia Pallys Buch "Die hintergründige Religion", das den Evangelikalismus als progressive Freundin der liberalen Demokratie erklärt. Sehr gut amüsiert sie sich mit Tim Bindungs Roman "Cliffhanger", in dem ein Mann aus Versehen nicht seine Frau ermordet. Die FAZ begibt sich begeistert mit Mariusz Wilks Roman "Das Haus am Onegasee" in die klirrende Kälte der nordrussischen Peripherie. Und die FR preist den Roman "Das Glück in glücksfernen Zeiten" als Wilhelm Genazinos besten. Mehr lesen

Blutiges Kammerspiel

14.02.2009 Christoph Peters Roman "Mitsukos Restaurant" über die Beziehung eines gebildeten Taugenichts zur japanischen Köchin eines provinziellen Ausflugsrestaurants erntet Lob bei der Kritik: Grandios gelungen, findet es die FAZ, ungemein leichthändig die taz. Die SZ empfiehlt Annett Gröschners Berliner Geschichten in "Parzelle Paradies". Die lernen ganz schön was in deutschen Creative-Writing-Schulen, stellt die taz nach Lektüre von Thomas Klupps Debütroman "Paradiso" fest. Eher verstört hat sie Ryu Murakamis drastischen Roman "Piercing" über eine Sadomaso-Beziehung aus der Hand gelegt. Mehr lesen

Werde, wer du bist

13.02.2009 Als Antwort auf die "Kreutzersonate" ergreift die FR Sofja Tolstajas "Eine Frage der Schuld". Die SZ bewundert den britischen Reporter Tim Butcher für seine Reportage über den Kongo "Blood River". Und die FAZ liest Arnaud Cathrines Roman über die Liebe der Frauen "Richard Taylor wird vermisst". Mehr lesen

Analytische Empathie

12.02.2009 Als große Geschichtsschreibung feiert die Zeit Christian Meiers griechische Geschichte "Kultur, um der Freiheit willen". Großartig findet sie auch Stewart O'Nans Roman "Alle, alle lieben dich". Die FAZ liest fasziniert Durs Grünbeins reflexive Haikus "Lob des Taifuns". Die NZZ preist Adam Zagajewskis Essays über das Erhabene in der Poesie "Verteidigung der Leidenschaft". Und die  SZ liest mit Vergnügen Klaus Ferentschiks "Weltmachinenroman". Mehr lesen

Stil ist Charakter

11.02.2009 Dass es Walter Kappacher gibt, ist ein seltenes und großes Glück für die deutsche Literatur, verkündet Michael Maar in der SZ. Höchst lebendig findet die FR die Geister in Asa Larssons Krimi "Bis dein Zorn sich legt". Die NZZ liest Manfred Geiers fesselnde Biografie der Brüder Humboldt und folgt glücklich den verwirrenden Spuren von Alice Munros Familie. Mehr lesen

Brutale Ewigkeit

10.02.2009 Berührt und begeistert ist die NZZ von Molly McCloskeys Roman "Schöne Veränderungen" über die Liebe eines Säufers zu seiner Tochter. Die FR preist Roberto Savianos neues Neapel-Buch "Das Gegenteil von Tod". Die SZ liest Peter van Dongens Comic über den indonesischen Freiheitskampf "Rampokan" und kann auch Marcus Höhrets Studie über den Europäischen Gerichtshof "Die Selbstautorisierung des Agenten" sehr empfehlen. Mehr lesen

Grundfarbe dieser Welt

09.02.2009 Anrührend und todtraurig findet die SZ die Geschichte aus dem Schwarz tragenden Neapel, die Roberto Saviano in seinem neuen Buch "Das Gegenteil von Tod" erzählt. Empfehlen kann sie auch Daoud Haris Bericht über das Töten in Darfur "Der Übersetzer". Die FAZ liest sehr interessiert Martin Reuleckes Studie zu "Gleichheit und Strafrecht im deutschen Naturrecht".
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Eisiges Bild der Zerstörung

07.02.2009 Reichlich ernüchtert legt die NZZ eine Untersuchung zur Frage "Wie werden Professuren besetzt?" aus der Hand. Die taz genießt fröstelnd Willa Cathers Geschichte einer großen zerstörerischen Liebe. Die FR stößt sich an der Selbstzufriedenheit, die Günter Grass' Tagebuch von 1990 ausstrahlt. Unaufdringlich, doch bewegend findet die FAZ Stewart O'Nans Roman "Alle, alle lieben dich" über ein verschwundenes Mädchen. Die SZ freut sich über "Superguppy", einen Gedichtband für Kinder. Mehr lesen

Zukunft einer Illusion

06.02.2009 Die FAZ liest staunend die Briefe des jungen Charles Darwin "Nichts ist beständiger als der Wandel". Nicht nur Indien-Reisenden kann sie Sudhir Kakars "Freud lesen in Goa" empfehlen. Die SZ lässt sich von Gesine Schwan erklären, wie sie Empathie in die Politik bringen will. Mehr lesen

Schreibend zum Ungeheuer werden

05.02.2009 Für die Zeit gehört Jörg Naglers farbige und detailreiche Biografie des großen Abraham Lincoln in jedes Bücherregal. Sehr luzide findet sie auch Jan Philipp Reemtsmas schmalen Band "Lessing in Hamburg". Die SZ lobt in höchsten Tönen Steffen Popps Gedichte "Kolonie Zur Sonne". Zwischen Himmel und Hölle bewegt sich die FAZ bei der Lektüre der Athologie "Sizilien und Palermo". Mehr lesen

Kampf der Prinzipien

04.02.2009 SZ und FR sind sich auch nach dem Roman "Empörung" einig, dass Philip Roth mindestens der größte lebende Romanciers Amerikas ist. Enthusiastisch feiert die SZ auch Guy Deutschers Geschichte der Sprache "Du Jane, ich Goethe". Die FAZ liest beklommen die Tagebücher der Pariser Jüdin Helene Berr aus den Jahren 1942-1944 und empfiehlt Romane aus Haiti. Mehr lesen

Im Schreck erstarrte Existenz

03.02.2009 Die SZ ist hingerissen von Anya Ulinichs Roman "Petropolis" über eine Feng-Shui-Putzfrau aus Sibirien mit jüdisch-afrikanischen Wurzeln. Sehr eingenommen ist die NZZ von Wilhelm Genazinos Roman "Das Glück in glücksfernen Zeiten" und freut sich sehr über Ota Pavels Erzählungen "Der Tod der schönen Rehböcke". Die FR kann Biografien über Lessing und Felix Mendelssohn Bartholdy sehr empfehlen.
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Nasses Handtuch

02.02.2009 Sehr empfehlen kann die SZ den Bildband über das Leben in der Sowjetunion "Die Ära Stalin", von Mark Grosset und Nicolas Werth. Beeindruckt ist sie auch von Ilja Altmans "Opfer des Hasses" über den Mord an den sowjetischen Juden. Die FAZ wird nicht mehr warm mit Günter Grass., auch nicht nach seinen Tagebüchern "Unterwegs von Deutschland nach Deutschland". Mehr lesen

Archiv: Bücherschau

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Archiv: Kolumnen

Oh Herr, lass' Bryson regnen!

28.03.2007: "Lassen wir uns nicht einreden, Ibsen wäre altmodisch", wir entkommen ihm eh nicht. Arno Widmann liest Ibsens Dramen, eine Amerikafibel für erwachsene Deutsche von Margret Boveri, Per Olov Enquists Roman über die Pfingstbewegung, "Lewis Reise", Briefe von Peter Hacks, die Benediktusregeln, Foltergemälde von Fernando Botero und "Eine kurze Geschichte von fast allem" - Manna-Ersatz von Bill Bryson. Mehr lesen

Archiv: Empfehlungen

Dienstleistungswürfel

08.05.2013: William T. Vollmann setzt das Schostakowitsch-Prinzip in Literatur um. Alain Mabanckou führt uns ins Trois-Cents-Viertel Brazzavilles. Jochen Schmidt führt uns im Sommer 89 ins Ferienlager Schneckenmühle. David Gilmour sucht Italien, Kathrin Passig experimentiert mit neuen Technologien. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats Mai.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

William T. Vollmann: Europe Central

11.04.2013: Die verschiedenen Geschichten in "Europe Central" erzählen aus sowjetischer und deutscher Sicht vom 20. Jahrhundert, vom zweiten Weltkrieg und dem Leben von Künstlern (wie Schostakowitsch und Kollwitz) und Militärs (wie Wlassow und Paulus, dem Verlierer von Stalingrad). Lesen Sie hier einen Auszug aus dem historischen Roman des amerikanischen Schriftstellers William T. Vollmann. Mehr lesen

Gottfried Wagner: Du sollst keine anderen Götter haben neben mir

08.04.2013: Ein Familienbeitrag zum Wagner-Kult: Gottfried Wagner rechnet mit seinen Urgroßvater ab, nicht mit dem Werk, sondern mit der Person Richard Wagner, den er als Antisemiten, Frauenfeind und Lebensverächter beschreibt, der von Selbstvergötterung und Todessehnsucht getrieben war. Lesen Sie hier ein Kapitel aus Gottfried Wagners Streitschrift "Du sollst keine anderen Götter haben neben mir".
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Josef Winkler: Mutter und der Bleistift

25.03.2013: Der österrreichische Schriftsteller Josef Winkler ist auf Reisen, und die Literatur, die ihn begleitet, verknüpft sich mit Erinnerungen an seine verstorbene Mutter, die ihren eigenen Erinnerungen wiederum nur mit Schweigen begegnen konnte. "Mutter und der Bleistift" schildert Szenen aus ihrem Leben. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

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