Stichwort

Übersetzen

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Efeu 30.03.2021 […] alles übersetzen. Die eigentliche Frage ist: Dürfen Schwarze Menschen das auch?" Und hier lautet der Befund: Schwarze Menschen sind im Literaturbetrieb erheblich unterrepräsentiert. Lässt sich das ändern? "Ich weiß, dass dies nicht von heute auf morgen geschehen kann. Es wird nicht ausreichen, einfach irgendwelche mehrsprachigen Schwarzen Personen zu finden, und diese kurzerhand als Übersetzer*innen […] n einzusetzen. Entscheidungsträger*innen sind gefordert, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, ob es erwünscht ist, dass der Pool an literarischen Übersetzer*innen vielfältiger wird. Am liebsten jetzt, lange vor dem nächsten Eklat." Amanda Gormans "The Hills We Climb" liegt nun auch in einer deutschen Fassung vor. Doch niedergeschrieben verliert das Inaugurationsgedicht einiges an Faszinationskraft […] sie dennoch "Unbehagen", nicht nur, weil patriotisches Pathos auf Deutsch nochmal einen anderen Klang hat, sondern auch, weil im Deutschen viele der Anspielungen schlicht verschliffen wurden: "Wie übersetzt man oder frau, was da alles wirklich geschieht im Gedicht? Vielleicht könnte man, statt eine gültige Übersetzung verfertigen zu wollen, verschiedene Schichten des Übertragens nebeneinander stellen: […]
Efeu 12.03.2021 […] ich eine Dichterin nicht übersetzen kann, weil sie jung, weiblich, schwarz und eine Amerikanerin des 21. Jahrhunderts ist, dann kann ich auch keinen Homer übersetzen, denn ich bin kein Grieche des 8. Jahrhunderts vor Christus. Oder ich hätte auch Shakespeare nicht übersetzen können, weil ich kein Engländer aus dem 16. Jahrhundert bin.'" André Markowicz ist ein Übersetzer russisch-jüdischer Herkunft […] Der katalanische Übersetzer Victor Obiols, dem vor drei Wochen der Auftrag erteilt wurde, die Gedichte von Amanda Gorman zu übersetzen, ist diesen Job nun wieder los, meldet die Welt: "'Mir wurde mitgeteilt, dass ich für die Übersetzung nicht geeignet sei', sagte Obiols, der unter anderem Werke von William Shakespeare ins Katalanische übersetzt hat, am Mittwoch. 'Dabei wurde nicht meine Qualifikation […] deshalb niemals die Tiefe des orthodoxen Russen Dostojewski wiedergeben könne, schreibt er in Le Monde. Daran erinnert ihn die Debatte um Amanda Gorman: "Niemand hat das Recht, mir zu sagen, was ich übersetzen darf und was nicht. Jeder hat hingegen das Recht zu beurteilen, ob ich dazu in der Lage bin. Das heißt, ob ich durch meine Arbeit in der Lage bin, die Stimme eines oder einer anderen durch meine […]
Efeu 10.03.2021 […] Der frühere Hanser-Lektor und Übersetzer Wolfgang Matz kritisiert in der FAZ scharf die Vorstellung, eine Übersetzungsleistung sei auch von der Hautfarbe oder der Herkunft der Übersetzin abhängig und nicht nur von ihrem Können. Die Entscheidung des deutschen Verlags Hoffmann & Campe, ein hauptsächlich aus Lyrikfernen und Routiniers bestehendes Dreiergespann auf die Gedichte von Amanda Gorman anzusetzen […] Gümüsay hat ihre Sympathien für Erdogans AKP öffentlich zu Protokoll gegeben, in Kritiken von Ronya Othmann und Anna Prizkau ist das nachzulesen. Als Autorin Sympathisantin autoritärer Regime, beim Übersetzen Bürgerrechtlerin? Macht nichts, solange das Ranking stimmt." Außerdem: Für den Freitag porträtiert Alexandru Bulucz den Lyriker und Verleger Dinçer Güçyeter. Im Freitag spricht die Schriftstellerin […]
Efeu 03.02.2021 […] verdient gemacht hat: "Sie muss sich Übersetzer für bestimmte Sprachen und bestimmte Autoren suchen, solche, die zum sozialen Milieu und zum besonderen Thema der Bücher einen Bezug finden. Indiens Gesellschaft ist so divers, dass derselbe Übersetzer nicht sämtliche Romane aus einer bestimmten Sprache präzise wiedergeben könnte. Krishnan lernt gewissermaßen die Übersetzer an, prüft deren Eignung und zieht […] zieht meist noch weitere Übersetzer oder Sprachspezialisten zur Beratung hinzu." Besprochen werden unter anderem Franzobels "Die Eroberung Amerikas" (taz), Helon Habilas "Reisen" (FR), Gerhard Wolfs "Herzenssache" (Tagesspiegel), Hans Pleschinskis "Am Götterbaum" (Tagesspiegel) und Amy Waldmans "Das ferne Feuer" (FAZ). […]
Magazinrundschau 16.10.2020 […] hen Übersetzern können gut oder schlecht sein. Das sage ich auch über mich. Wenn jemand in seine Muttersprache übersetzt, bedeutet es noch lange nicht, dass er ein guter Übersetzer ist. Auch Originaltexte wurden nicht immer in der Muttersprache geschrieben, siehe Beckett, Panait Istrati oder Joseph Conrad. (...) Ich kenne jene Personen sehr gut, die ungarische Literatur ins Deutsche übersetzen. Das […] Der Schriftsteller, Dichter und Übersetzer Csaba Báthori hat unter anderen den ungarischen Dichter Attila József in Deutsche übersetzt. Im Interview mit Benedek Várkonyi spricht er über die Vor- und Nachteile der muttersprachlichen beziehungsweise nicht muttersprachlichen Übersetzungen: "Ich bin in Mohács aufgewachsen, auf einem geräumigen Gehöft, auf dem viele Nationalitäten zusammenlebten. Ich hatte […] Das deutsche Sprachgebiet ist riesig, vielfarbig und es gibt kaum eine einheitliche deutsche Sprache. Und die Gruppe der Übersetzer? Es gibt geborene Ungarn, es gibt welche die früh oder spät ausgewandert sind, es gibt welche, die in Deutschland geboren wurden, es gibt die 'Konvertierten' und noch vieles mehr, was vorstellbar ist." […]
Efeu 08.02.2020 […] verblüffenden Wortlisten etwa im Nachlass des Übersetzers Peter Urban wahre Schatztruhen sprachlicher Spielfreude. "Auf welche Weise Übersetzer ihrerseits die Kultur und die Sprachkunst geprägt haben und prägen, harrt der Forschung. Und davor: der Archivierung. ... Literarisch-übersetzerische Nachlässe geben Auskunft über zweierlei: Zum einen sind Übersetzer Sprachschöpfer, und die Nachlässe geben Auskunft […] Auskunft über die gelungenen und verworfenen Arbeitswege, die alle - im Resultat unsichtbar - zur Entstehung eines übersetzten Kunstwerks beitragen. Zum anderen sind Übersetzer Kulturbotschafter, oft auch Trüffelschweine, und ihre Nachlässe geben Auskunft über die Netzwerke, in denen die Kunst einer Zeit sich formt." Rettet den Universalismus, ruft Thomas Assheuer im Zeit-Kommentar zur US-Kontroverse […]
Efeu 24.11.2018 […] welch souveräner Sorgfalt dieses Großprojekt angegangen wird." Eike Schönfeld berichtet in der Literarischen Welt von der Herausforderung, Charles Darwins "Origin of the Species" im Jahr 2018 neu zu übersetzen: Aspekte wie die, dass in der Literatur Sprache und Inhalt eine Einheit bieten, Sprache bei einem wissenschaftlichen Werk allerdings eher das Transportmittel der gewonnenen Einsicht darstellt, liegen […] oder Aufgusstierchen wieder? Soll für polygamous (bei einer Pflanze) polygam oder das ältere vielehig stehen? Für die Brachiopoda Brachiopoden oder Armfüßer? Bleibt der Terminus Imago stehen oder übersetze ich ihn als das fertig ausgebildete Insekt?" Weitere Artikel: Judith von Sternburg schreibt in der FR über einen Abend mit A.L. Kennedy in Frankfurt. Jens Uthoff spricht in der taz mit dem norwegischen […]