Stichwort

Linksextremismus

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Vorgeblättert

Vorgeblättert 21.02.2005 […] Felipe Diaz, das ist klar, brauchte keine Vorwände oder größeren ideologischen Konflikte, um sich in seine Abenteuer zu stürzen, aber in den intensiven Tagen des Gnadenjahres 1968, zwischen dem Pariser Mai und dem Prager August, zog er einen endgültigen Schlußstrich unter seine Ehe mit der Französin, seiner zweiten Frau, die in jener Zeit des Linksextremismus, des "Gauchisme", der linken Kritik am Stalinismus, eine Stalinistin nach Stalin war, eine Stalinistin aus Berufung, die den Stalinismus erfunden hätte, wenn es ihn nicht gegeben hätte, wie viele andere, die ich kenne; er hat also mit der Französin Schluß und sein eigenes Ding gemacht, bevor die Unruhen übergangsweise in der Gesellschaft einer überspannten Architekturstudentin endeten; er befreite sich parallel dazu ebenfalls endgültig von den Fesseln der Partei, was ja nur konsequent war, und stürzte sich in ein neues Leben als entfesselter Don Juan, Orgien ohne Ende, in den freien lichten Momenten verfaßte er gar nicht so schlecht geschriebene antikommunistische Pamphlete (das mußten wir damals schon anerkennen), ein paar zu vernachlässigende phantastische Romane, ein Genre, das nicht zu ihm paßte, Bastarde der Erzählungen von Borges und Julio Cortazar und ein tendenziöses, geradezu desaströses Theaterstück, dessen Aufführung zur Folge hatte, daß seine Ex-Kommunistenfreunde (ausgenommen Silvia und ich) Krallen und Hauer wetzten. […]