Eminent gefährlich Intervention 19.03.2023 Intellektuelle wie der Literaturwissenschaftler Albrecht Koschorke greifen ein populäres Missbehagen am Westen auf, dessen Niedergang sie voraussagen. In den Gegensatz zum Westen stellen sie den "globalen Süden". Aber ihr Antikolonialismus ist zumeist verlogen. Und sie machen sich zu Sprachrohren autoritärer Mächte, die ihrem eigenen Bankrott zuvorkommen wollen, indem sie nicht nur die westlichen Demokratien zerstören, sondern die liberale Idee als solche austilgen. Von Richard Herzinger
Etappe auf dem Weg zur Eroberung Intervention 28.02.2023 Friedensabkommen mit totalitären Regimes sind in der Regel nichts wert. Ein Beispiel ist der Vertrag, den die USA mit den Herrschern von Nordvietnam abschlossen: Er hatte desaströse Folgen und kostete Hunderttausende Vietnamesen das Leben. Jüngstes Beispiel ist der "Frieden" mit den Taliban. Darum sollten Demokratien aus eine Position der Stärke agieren. Von Richard Herzinger
Was sich als "Pazifismus" ausgibt Intervention 17.02.2023 Die breite Zustimmung für den Schwarzer-Wagenknecht-Aufruf zum Kompromiss mit einem Mörder wirft vor allem eine Frage auf: Warum wird eine derartig dreiste Verfälschung der Realität des Kriegs und eine derart kaltschnäuzige Ignoranz gegenüber den Opfern eines Vernichtungskriegs in weiten Teilen des "progressiven" Establishments als Ausdruck ehrbarer Friedensliebe angesehen? Von Richard Herzinger
Veränderte Kräfteverhältnisse Intervention 31.01.2023 Der neue Westen liegt im Osten und im Norden. Die kürzlichen Feiern zum 60. Jahrestag des Elysée-Vertrags zeigten nur, dass die viel beschworene Achse Berlin-Paris verrostet ist - statt dessen übernehmen Polen, die baltischen und die skandinavischen Staaten die entschlossene Initiative zur Verteidigung der Demokratie in Europa. Schuld daran ist auch die jahrelang von Paris und Berlin unabhängig voneinander betriebene Hofierung Putins. Von Richard Herzinger
Der Herr Trotzki aus dem Café Central Intervention 20.01.2023 Je verrückter das Weltbild von Extremisten ist, desto mehr steigert sich ihre Bereitschaft, hemmungslose Gewalttaten zu begehen. Es wäre darum ein fataler Fehler, nur aufgrund der Lächerlichkeit von "Reichsbürgern" und anderer Anhänger ideologischer Wahnideen abzuwinken. "Kleine radikale Minderheiten" haben mehrfach im fatalsten Sinne Weltgeschichte gemacht. Demokratien müssen sich gegen sie wappnen. Von Richard Herzinger
Kollaps einer Scheinriesin Intervention 29.12.2022 Noch mehr als ihre fehlende Bereitschaft zur Selbstkritik irritiert die Ungerührtheit, mit der Angela Merkel die Schrecken der russischen Aggression hinzunehmen scheint. Hatten ihr doch selbst Weggefährten, die ihrer nachgiebigen Russlandpolitik kritisch gegenüberstanden, stets bescheinigt, das Schicksal der Ukraine liege ihr persönlich am Herzen. Ihre Äußerungen lassen keine Einsicht erkennen. Mit ihren Signalen in Richtung einer "Verhandlungslösung" mit den Aggressoren artikuliert sie eine weit verbreitete Haltung. Von Richard Herzinger
Werden Sie Teil der Charkiwer Feuerwehr Intervention 06.12.2022 In der Ukraine sind fünfhundert Dörfer ohne Strom. Im Winter drohen dort zweistellige Minusgrade. Pazifistische Parolen haben keinen Sinn: Zur Logik des Krieges gehört, dass der Feind ihn einfach erklären und beginnen kann. Verschiedene Stiftungen, Privatpersonen und der PEN Berlin organisieren schwere Rüstwagen zur Strom- und der Wasserversorgung der ukrainischen Bevölkerung. Jeder Cent wird benötigt! Von Ralf Bönt
Keine Angst vor China Intervention 30.11.2022 China unterstützt Länder wie Russland und Iran, um den geopolitischen Einfluss des Westens zu zerstören. Die Deutschen aber hoffen, wie schon bei Putin, aus Furcht vor einem übermächtigen Gegner auf diplomatische Lösungen, auf Wandel durch Handel. Doch der Koloss hat auch Schwachstellen. Von Richard Herzinger
Blofeldokratie Intervention 18.11.2022 Durch die Übernahme von Twitter hat Elon Musk ein mächtiges Instrument zur Beeinflussung der öffentlichen Meinungsbildung in die Hand bekommen. Unter dem Vorwand, mehr "Meinungsvielfalt" zuzulassen, öffnet er den Kurznachrichtendienst für Fake News und antidemokratische Verschwörungsfanasien - und damit für die Desinformationskrieger des Kreml und die Netzwerke ihrer westlichen Schallverstärker. Milliardäre wie Musk oder Peter Thiel verkörpern einen neuen Typus der Egomanie, der an die Schurken der James-Bond-Filme erinnert und Demokratie weltweit in Frage stellt. Von Richard Herzinger
Eine reale Chance Intervention 28.10.2022 Spätestens mit dem Beginn des russischen Vernichtungsfeldzugs gegen die Ukraine sind Putins Russland und die Islamische Republik Iran zu einer symbiotischen Allianz verschmolzen. Deren Kern ist der absolute Wille zur Auslöschung all dessen, was den modernen, aus der Aufklärung hervorgegangenen Begriff der Menschenwürde ausmacht. Es ist Zeit, dass sich auch der demokratische Widerstand gegen diese Regime zusammentut. Wir brauchen einen globalen Gipfel der Demokratiebewegungen. Von Richard Herzinger
Dieser epochale Fehler Intervention 18.10.2022 Dass Syrien vom Westen der Vernichtungswut Wladimir Putins und seines gleichgesinnten Verbündeten Iran preisgegeben wurde, hat den Kreml in der Überzeugung bestätigt, es könne diese Methode der Kriegsführung erfolgreich auf die Ukraine übertragen. Erinnerung an einen Krieg, der gefährlich bleibt. Auch für uns. Von Richard Herzinger
Pathos des Unvollkommenen Intervention 29.09.2022 Nicht der "Gemeinwille", sondern der offen ausgetragene Konflikt ist die Stärke der Demokratien, lehrte der politische Denker Ernst Fraenkel. Dafür braucht es aber auch einen nicht-kontroversen, konsensualen Sektor, der heute in vielen westlichen Demokratien eine gefährliche Erosion erfährt. Demokratien müssen sich wappnen, auch auf dem Feld der Ideen. Von Richard Herzinger