Ungebrochen Intervention 27.12.2023 Auch in seiner islamistischen Variante ist der Antisemitismus ein düsteres Erbe der deutschen Vergangenheit, das nicht einfach als etwas "Fremdes" beiseite geschoben werden kann. Autoren wie Jeffrey Herf und Matthias Küntzel haben die ungebrochene Kontinuität von nationalsozialistischem und islamistischem Judenhass offengelegt. Diese Kontinuität wird sowohl von der Linken als auch der Rechten hierzulande verdrängt. Von Richard Herzinger
Namenlose Verbrechen Intervention 18.12.2023 Im Grunde ist es gar nicht so wichtig, ob die Hannah-Arendt-Preisträgerin Masha Gessen in ihrem Essay vergleicht, wie sie beteuert, oder gleichsetzt. Der eigentliche Skandal in Gessens Essay liegt in dem, was sie nicht benennt und nicht vergleicht. Von Thierry Chervel
Triebkraft der Kritik Intervention 15.12.2023 "Kultur" kann kein Argument gegen die globale Gültigkeit der Menschenrechte sein. Das kulturalistische Argument wird mit Vorliebe von autoritären und totalitären Herrschaftssystemen benutzt, um ihre repressiven Praktiken vom Vorwurf der Verletzung elementarer Humanität reinzuwaschen. Ihre nützlichen Idioten finden sie im Postkolonialismus: Zum 75. der UN-Menschenrechtsdeklaration. Von Richard Herzinger
Tief verankert Intervention 20.11.2023 Judith Butler setzt mit ihren israelfeindlichen Äußerungen eine lange Tradition des linken Antisemitismus fort: Wer davon überrascht ist und Antisemitismus nur rechts vermutet, ignoriert im Grunde die gesamte linke Geschichte seit spätestens den Frühsozialisten. Von Richard Herzinger
Präsenz einer Kraft Intervention 05.11.2023 Der Wunsch nach "Kontextualisierung" mag verständlich sein. Aber das Böse verschwindet nicht dadurch, dass man versucht, es durch politische, soziale oder psychologische Kriterien zu filtern und auf diese Weise hinweg zu erklären. Das bedeutet, dass man die Erwartung aufgeben muss, es könne jemals vollständig aus der Welt geschafft werden. Umso dringender aber muss es permanent in Schach gehalten und eingedämmt werden. Von Richard Herzinger
Aus gleichsam existenziellen Gründen Intervention 20.10.2023 Was die Zahlungen der EU für humanitäre Zwecke in Gaza betrifft, so beteuert die Bundesregierung zwar, diese kämen in keiner Weise der Hamas zugute. Doch nicht zuletzt weil die UNRWA, über die ein großer Teil dieser Gelder verteilt wird, enge Beziehungen zu den islamistischen Extremisten pflegt, muss das bezweifelt werden. Westliche Staaaten sollten Hilfszahlungen einstellen und für den Wiederaufbau der Ukraine einsetzen. Von Richard Herzinger
Plötzlich nackt im Raum Intervention 16.10.2023 Der Terror der Hamas gegen Israel und die Juden hat auch eine große innenpolitische Bedeutung für Deutschland. Wie mit einem Blitzlicht ausgeleuchtet, steht die Islampolitik der Regierung in Bund und Ländern zur Kenntlichkeit entblößt da. Keine Organisation des politischen Islams hat sich bisher klar von den Pogromen distanziert, aber auch die Politik hat bisher von ihnen kein Bekenntnis zum Grundgesetz gefordert. Es ist Zeit für eine Revision. Von Peter Mathews
Der fundamentale Unterschied Intervention 04.10.2023 Vor hundert Jahren wurde der Begriff des Totalitarismus geprägt, und mit ihm die Haltung des Antitotalitarismus. Sowohl gegen die extreme Rechte als auch die extreme Linke Position zu beziehen erforderte schon in den 1930er und 1940er Jahren politische wie moralische Standfestigkeit. Heute ist eine antitotaliäre Haltung angesichts der Polarisierung der Debatte in den westlichen Ländern aktueller denn je. Von Richard Herzinger
Mitgeschleppt Intervention 25.09.2023 Axel Brüggemann zeigt in seinem Buch "Die Zwei-Klassik-Gesellschaft" die vielfältigen Aspekte der Krise im Kulturbetrieb. Sie betrifft auch den Kulturjournalismus und führt zu gefährlichen Lücken in der Öffentlichkeit. Abhängigkeiten im Betrieb sind mit Blick auf den Ukraine-Krieg durchaus auch politisch von Belang. Aber im Feuilleton wird nicht recherchiert. Von Thierry Chervel
Aggressiv-destruktive Beliebigkeit Intervention 22.09.2023 Rechts? Links? Scheißegal. Die wohl kommende Liste Wagenknecht zeigt einerseits das zerstörerische Potenzial von Ideologien, andererseits aber auch, wie austauschbar die Versatzstücke einst vermeintlich konsistenter politischer Wahnsysteme geworden sind. In vielem ähneln die Aussagen Wagenknechts denen der AfD bis aufs Haar, natürlich vor allem in ihrem Putinismus. Auch auf der globalpolitischen Ebene erreicht die Verwischung der Gegensätze eine ungeahnte Dimension. Von Richard Herzinger
Auf dem Weg ins Schweigen Intervention 14.09.2023 Als Constantin Schreiber auf dem Podium angegriffen wurde, ist ihm niemand zur Seite gesprungen. Nun hat er verkündet, nicht mehr über den Islam zu sprechen oder publizieren zu wollen. Nachvollziehbar. Autoren und Autorinnen, die sich kritisch mit dem Islam auseinandersetzen, von Seyran Ates über Necla Kelek bis Ahmad Mansour ist Schlimmeres widerfahren. Und auch bei ihnen solidarisiert sich die Zivilgesellschaft nicht. Das Schweigen ist politisch erwünscht. Von Peter Mathews
Deutliche Schlagseite Intervention 01.09.2023 Der Papst fabuliert vom großen Russland, während er die Ukraine fallenlässt: In seinen Äußerungen zum Krieg vermischen sich reaktionäre Vorstellungen von Russland als Bollwerk des christlichen Abendlands mit lateinamerikanischem Linkspopulismus. Unterdessen behauptet die Staatsoper Berlin, Anna Netrebkos Lippenbekenntnisse seien eine klare Äußerung gegen Russlands Krieg. Ein Propagandasieg für Russland. Von Richard Herzinger