Die
European Broadcasting Company tagt heute und morgen über die
Teilnahme Israels beim 70.
Eurovision Song Contest im nächsten Jahr. Ursprünglich sollte die Entscheidung bereits im November getroffen werden, wurde dann aber wegen des Waffenstillstands in Gaza zunächst verschoben. An den Positionen hat sich derweil wenig geändert,
schreibt Ueli Bernays in der
NZZ: "
Spanien bleibt bei seiner Drohung. José Pablo López, der Chef des öffentlichrechtlichen Senders RTVE, bekräftigte vergangene Woche die Absicht, den ESC im Falle einer Teilnahme Israels zu boykottieren. ... Spaniens Einfluss auf den ESC ist insofern besonders bedeutend, als die spanische Rundfunkstation (...) zu den 'Big Five' gehört, die die Finanzierung des Gesangswettbewerbs garantieren." Ebenso wie "Deutschland, das seinerseits gedroht hat, sich bei einem Ausschluss Israels zurückzuziehen. So stehen sich zwei ESC-Hauptakteure frontal gegenüber. ... Sollten die Rundfunkgesellschaften im Streit auseinandergehen, hätte dies eine der größten Krisen der EBU zur Folge."
Michael Pilz (
Welt)
sieht die seit längerem geführte Kontroverse um Israel und den ESC auch im Kontext mit dem Flirt der insbesondere britischen Popkultur mit
BDS-
Positionen: "Durch die aggressive Rundfunkpolitik von EBU-Staaten wie Spanien werden solche Haltungen verstaatlicht.
Sie erledigen den ESC." Dieser "war eine utopische Versammlung und Veranstaltung.
Das Unpolitische war nur die Aura. Das Politische war offen, für Identitäres, Patriotisches und Parodistisches. Da wurde paramilitärisch scharf mit Feuerwerk geschossen, um Kriege zu bannen. Da saß eine Deutsche im Konfirmationskleid mit einer weißen Gitarre und wünschte der Welt ein bisschen Frieden. In der Regel waren alle da und sich im Wesentlichen einig. So war er, der Eurovision Song Contest oder Grand Eurovision de la Chanson.
Er wurde 69 Jahre alt."
Weiteres: Adrian Schräder
porträtiert in der
NZZ The Alchemist, der eben als Hiphop-Produzent des Jahres ausgezeichnet wurde und bei dem sich nur die Allergrößten des Genres den Sound polieren und anreichern lassen: "Seine Musik wirkt wie
ein Sediment aus Jahrzehnten, wie ein Archiv, das
mit der Geduld eines Archäologen geöffnet wird." Marie Gundlach und Berit Kruse spüren in der
SZ dem Algorithmus auf den Zahn, der jedes Jahr zum Jahresende die auf Social Media herumgereichten
Spotify-
Wrapped-Statistiken erstellt. In der
FAZ gratuliert Jan Wiele der Jazzsängerin
Cassandra Wilson zum 70. Geburtstag.
Besprochen werden das von
Paavo Järvi dirigierte Debütkonzert des
Tonhalle-
Orchesters im Festspielhaus Baden-Baden ("ein Ritterschlag",
schreibt Christian Wildhagen in der
NZZ), eine von
50 Cent produzierte
Netflix-Doku über den Fall
Sean "
Diddy"
Combs (
Zeit Online,
Welt, SZ), ein Konzert des
Ensemble Modern in Frankfurt (
FR), ein Konzert von
Víkingur Ólafsson in Wien (
Standard), ein Konzert des
London Philharmonic in Frankfurt (
FR), ein Konzert der
Hives in Frankfurt (
FR) und eine Ausstellung mit neuerworbenen Mozartbriefen im Mozarteum in Salzburg (
FAZ).