Was war nicht alles in die Wege geleitet worden, nachdem die
SZ einen Datenbank-Auszug mit
200 als Raubkunst klassifizierten Werken der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen geleakt - und den Staatsgemäldesammlungen hinsichtlich der Restitution
Verschleierung vorgeworfen hatte (
unsere Resümees). Generaldirektor
Bernhard Maaz musste gehen, unter anderem wurde
Meike Hopp, Leiterin des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste, mit einer Untersuchung beauftragt. Nun liegt der knapp achtseitige Bericht mit Verspätung vor - und Hopp kann die Vorwürfe nicht bestätigen, wie Jörg Häntzschel in der
SZ einräumen muss: "Ihr Urteil: '
solide Recherchepraxis', 'methodische Tiefe'. Den von der
SZ erhobenen Vorwürfen einer 'irreführenden oder verschleiernden Praxis' folgte sie nicht.'" Allerdings fand Hopp "das Vorgehen der bayerischen Provenienzforscher sei 'organisatorisch
unzureichend strukturiert'", so Häntzschel, der über seine anklagenden Berichte kein Wort verliert.
Auch Bayerns Kunstminister
Markus Blume erklärte erleichtert, "'Pauschale Pressevorwürfe' hätten sich 'nicht bestätigt', es habe '
kein grundsätzliches Versagen' gegeben", schreibt in der
FAZ Hannes Hintermeier, der sich aber doch fragt, "was die vielen externen Experten und
Kommissionen kosten? Und warum, wenn doch alles gar nicht so schlimm war, der Generaldirektor - dessen Name in der zweistündigen Sitzung kein einziges Mal erwähnt wurde - bei gleichen Bezügen ans Zentralinstitut für Kunstgeschichte versetzt wurde?"
München sollte sich schämen, ärgert sich Andreas Platthaus in der
FAZ, denn der
Nachlass von Loriot, der bisher in dessen Villa am Starnberger See aufbewahrt wurde, geht nun nach Frankfurt. Eine in München geplante "Pinakothek der Komik" kam nie zustande, und so nahm das Caricatura-Museum für Komische Kunst das Geschenk der Erben gerne an. Aber, so Platthaus, "es wird
ein neues Domizil für Loriot brauchen … Zentrumsnahe soll es liegen, denn das Museum hat seinen Platz direkt neben dem Dom, und selbstverständlich will man die Anziehungskraft des Namens Loriot auch fürs Stammhaus nutzen, dessen Sammlungsschwerpunkt bislang auf den Arbeiten der
Neuen Frankfurter Schule liegt, also dem Zeichnerkreis um die hier gegründeten Satirezeitschriften Pardon und Titanic: F. K. Waechter, F. W. Bernstein, Robert Gernhardt, Chlodwig Poth, Hans Traxler, Bernd Pfarr, Greser & Lenz und noch manche mehr. (…) Darin liegt auch ein
potentielles Konfliktfeld, denn Loriots Popularität übersteigt die seiner Kollegen bei Weitem."
Weitere Artikel: Im großen
Zeit-Interview mit Tobias Timm spricht
Maurizio Cattelan, der den Preis der Nationalgalerie 2026 erhalten hat, über die dort geplante Ausstellung, Kunst als Therapie - und sein Werk "Comedian": "Da arbeite ich mein ganzes Leben und werde
wegen einer beschissenen Banane in Erinnerung bleiben." In Berlin ist fast jedes dritte geförderte Atelier gefährdet,
weiß Beate Scheder in der
taz: "Für die Jahre 2024 und 2025 wurden die Mittel für die Atelierförderung drastisch gekürzt: Die Gelder für den Ausbau von Arbeitsräumen sanken
um fast 85 Prozent von 21,35 Millionen auf 3,225 Millionen Euro."
Besprochen werden außerdem die Ausstellung "Tiere sind auch nur Menschen. Skulpturen von August Gaul" im Liebieghaus, Frankfurt (
FAZ) und die Ausstellung "
Joseph Beuys. Bewohnte Mythen" in der Tübinger Kunsthalle (
Welt, mehr hier).